Eigentlich sollte er Sänger werden. Tenor, um genau zu sein. Doch die Tenorstimme wollte nicht, und so wurde ein Bariton aus Daniel Serafin. Sein Elternhaus muss man in Österreich, speziell in Wien und im Burgenland, nicht vorstellen. Sein Vater Harald (leider letztes Jahr verstorben), die Mörbischer Legende, die die Seefestspiele kurz vor der Pleite wieder zum Blühen brachte und den unverwechselbaren Stempel aufdrückte. Nach einer langen Gesangskarriere. Seine Mutter Ingeborg, Geschäftsfrau mit eigener Boutique in der Wiener Innenstadt, die sie lange führte. Alle: in der Society bestens vernetzt. Seine Schwester Martina mit internationaler Soprankarriere.
Zunächst also ein fundierter Bariton, aber da war immer schon das Interesse an Menschen, an der Kunst an sich, was steckt dahinter. Von Größen des Genres wie Otto Schenk oder Helmuth Lohner – beide bereits verstorben – konnte er ebenso viel lernen. Rollen wie Dr. Falke in der Fledermaus, Cascada in der Lustigen Witwe, und Liederabende zum Beispiel von Alexander Zemlinsky in New York. Der Graf Almaviva an der Oper von West Palm Beach. Rollen, die teils Freude brachten, aber nicht die völlige Erfüllung, da muss doch noch etwas anderes sein. Und da kommt noch etwas:
Daniel Serafin kam zu den Esterházy Betrieben ins Burgenland. Die „Social Elements“ in die Wiege gelegt, er berät, managt und teilt die Leidenschaft zu Oper und Operette. Seit 2017 war er hier fürs Kulturmarketing tätig, mit Jahresbeginn 2019 übernahm er die Leitung aller Opernproduktionen bei Esterházy und wurde somit Intendant der Oper im Steinbruch St. Margarethen. Jetzt kann wieder konstatiert werden: Genau wie der Papa. Ja. Stimmt schon. Mit einem charmanten Wesen, künstlerischem Background, launigen Hintergrundinformationen, Gäste begrüßen. Doch auch ganz anders. Mit einem anderen Zugang, wie er auch selbst immer wieder gerne betont. „Ich gehe meinen eigenen Weg!“ Oft mit Sneakers. Und der kann durchaus als erfolgreich beschritten gewertet werden.
Von der „Zauberflöte“ in der Regie von Carolin Pienkos und Cornelius Obonya, bis hin zu einer bildgewaltigen, fast zu üppig ausgestatteten „Tosca“ 2026, war im Steinbruch Oper und große Show angesagt. Nächstes Jahr soll der „bucklige Hofnarr“ in Verdis Meisterwerk die Gäste überzeugen. Daran arbeitet der Intendant mit seinem Team bereits intensiv. Selbst werde er allerdings – wenn es auch möglich wäre – nicht singen. „Nur noch privat“.
In anderer Funktion als Künstlerischer Direktor betreut er den kultigen „Viennese Opera Ball New York“, den man sich etwas anders vorstellen kann als bei uns, kleiner, mit Tanz, Gesang und einem Dinner. Und mit vielen österreichischen Schmankerln und Köstlichkeiten ausgestattet. Ein nicht unangenehmer Nebeneffekt zweifellos ist dabei der Flug in eine seiner Herzensstädte: Der Big Apple.
Happy Birthday, Daniel Serafin.