2017

„La veuve joyeuse“. DIE LUSTIGE WITWE (F.Lehár) mit Hampson, Gens, Nafornita, Ebner in Paris.

 

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KS Thomas Hampson – sein Danilo als Elfenbein-Charmeur (c) th

 

Tombe amoureux souvent, fiance‑toi rarement, ne te marie jamais !
– Danilo , Acte II, scène 11

Man muss nicht unbedingt Französisch können, um das zu verstehen. Es schadet aber niemals.

Eine der bekanntesten Operetten ist aktuell gerade an der großen Oper in Paris – an der Opéra Bastille (in der Rue de Lyon) zu sehen. Paris ist neben Wien wohl die „Operettenstadt“, dort wo Lolo, Dodo und so weiter immer flanieren. Auf, und ab, auf, und ab, irgendwann fallen sie dem lüsternen Danilo in die Hände. Dass dieses Werk auch 112 Jahre nach der Uraufführung lustig, aktuell und heutig ist und sehr gut ankommt, beweist wieder einmal die Top-Besetzung in Paris.

Der Star am Besetzungszettel ist wohl Welt-Bariton Thomas Hampson, Kammersänger und etwas blass geschminkt (gewollt) in dieser Rolle des Frauenverstehers Graf Danilo Danilowitsch zu sehen. Viel Schmelz und darstellerische Sicherheit packt er aus. Mit der über 300.000 mal aufgeführten Operette hat er absolut keine Schwierigkeiten, eher viel Laune.

Als Titelheldin Madame Glawari hört man die französische Opernsängerin Veronique Gens aus Orléans. Sie bringt die richtige Attitüde mit, hat an manchen Momenten aber doch einige Mühe.

Die wunderschöne und stimmgewaltige Valentina Nafornita von der Wiener Staatsoper unterstützt die Aufführung mit ihrem facettenreichen Sopran. Als junge und wissbegierige und nach anderen Amouren als ihrem „faden“ Mann Baron Zeta Ausschau haltende Valencienne ist sie federleicht, überrascht mit Feinheit.

Mit kernigem Bass veredelt Zeta alias Franck Leguerinel seine delikaten Momente, etwa zum Geburtstag des Fürsten. Pontevedro kann sich mit diesen Menschen wohl sehr glücklich schätzen. Auch in den kleineren Nebenrollen können kompetente Sänger punkten: Der Tenor Karl-Michael Ebner (Volksoper Wien) als Raoul de St. Brioche oder Alexandre Duhamel (französischer Bariton) als Vicomte Cascada sowie Metropolitan-Opera-Sänger Stephen Costello als Valenciennes heißer Liebhaber Camille de Rosillon („Wie eine Rosenknospe im Maienlicht erblüht…“) fügen sich mehr als achtbar ein.

Unter dem Dirigat des deutschen Dirigenten Marius Stieghorst steigt diese Witwe einen steilen Weg hinauf zu ihrer großen Liebe, auch wenn es sehr lange dauert, bis sie zueinander finden. Ob die Ehe wirklich nur ein „Standpunkt“ ist, den man „längst überwunden“ hat? Am Ende.. oder aber über jenes hinaus – wird er sie oder sie ihn wohl heiraten müssen.. Bis dahin gilt es viele Hinternisse – auch diplomatischer Art zu nehmen, und wie einmal als Ausspruch in einer Aufführung der Wiener Volksoper verwendet wurde: „Und ärgert das den Danilo, es is´ halt so!“

Die Aufführung in Paris ist unterhaltsam, fast opernhaft, doch sehr kurzweilig (Regie: Jorge Lavelli).

 

Info und Karten: https://www.operadeparis.fr/saison-17-18/opera/la-veuve-joyeuse

 

 

Sommerstück (9): Domplatz in neuem „Gewand“. Farbenlehre und der Zugang zum Sterben – der neue JEDERMANN in Salzburg

 

Vielleicht das meist-erwartete Stück dieses Sommers in Salzburg: Der neue JEDERMANN. Alles neu, alles innovativ. Nicht jeder und jede konnte von diesem erstmaligen Konzept allerdings überzeugt werden. Hofmannsthal 2017 sieht naturgemäß etwas anders aus als jene Interpretation des Gründungsjahres. Sicher liegt das nicht nur an der neuen Düsterkeit. Bühne anders, Darsteller anders, alles anders?

Der Film- und Fernsehstar und Theaterdarsteller Tobias Moretti (wer in Österreich hat noch nichts von ihm gehört…Die Kommissar-Rex-Zeiten sind aber definitiv vorbei) ist der antizipierte, mit Spannung erwartete neue Jedermann im Jahr eins nach Obonya. Dieser Mann weiß definitiv, worauf er sich eingelassen hat. Ein wenig Unsicherheit und Nervosität, wenn auch gut versteckt, gehört zu jeder neuen Rolle. Aber bei Moretti macht man sich keine Sorgen. Man ahnt, dass er diesem Jedermann gewachsen ist, ihn mit Bild- und Stimmgewalt ausfüllen wird. Mal mit zusammengebissenen Zähnen, erwartungsvoll, niedergeschlagen. Alles, was man vom Jedermann erwartet, kurzum. Sich wehrend und ereifernd, genussvoll und leidend.

Ganz in Schwarz steckt Moretti in der Inszenierung von Michael Sturminger. Man kann das Schwarz, wie auch Farben in dieser Interpretation überhaupt eine starke Bedeutung haben, folgendermaßen interpretieren: Es regt nichts auf, nichts lenkt ab vom Leben und Sterben des reichen Mannes. Es ist ein Mann, ein einfacher Mann, vielleicht komplex in seinen Gedanken, aber immer einer von uns, aus dem Volk. Es „färbt“ nichts ab, bis sich eine markante Farbe in sein Leben mischt.

Diese markante Farbe ist rosa, genauer lachs-rosa. Eben nicht dieses Pink, dieses stechend-grelle Pink, sondern eine sanftere Nuance, eine Andeutung. Jugendlichkeit, Umtriebigkeit und Frische, Verlockung, Lähmung und Bejahung eines ausschweifenden Lebens. Diese Farbe soll den Jedermann ergreifen. Sie kommt in Gestalt der neuen Buhlschaft, und das ist Stefanie Reinsperger, Schauspielerin vom Volkstheater in Wien. Diese Rolle, wer spielte sie nicht gerne? In der Tradition von Johanna Terwin, Christiane Hörbiger oder Veronica Ferres steht diese Buhlschaft nicht mehr. Sie macht daraus „ihr eigenes Ding“. Viel lacht sie, intensiv spielt sie.

Der bereits eingespielte, immer kunstvoll bemalte und ausdrucksstark agierende Peter Lohmeyer ist als Tod der „krasse“ Gegenentwurf zu einer lebensbejahenden Einstellung. Düster, kraftvoll und wenig humanistisch, so zeigt Sturminger diese Figur im Jahr 2017.

Eine weitere Premiere stellt Edith Clever dar, sie gibt Jedermanns Mutter. Johannes Silberschneider, sehr gefragt und immer im Einsatz, geht vom „Nachbarn“ zum „Glauben“ über.

Renate Martin und Andreas Donhauser entwerfen für das Jahr 2017 Bühne und Kostüme.

Der Jedermann 2017 präsentiert sich als gewollter Totentanz, eine Neuinterpretation wenn man so will. Man sollte sich das Spiel vom Sterben des reichen Mannes jedenfalls nicht entgehen lassen.

 

Sommeroper (8): Ein LEAR ohne König bei den Salzburger Festspielen

 

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Gerald Finley als Lear/Salzburger Festspiele (c) SN/APA/Barbara Gindl

 

 

Moderne Musik, moderne Oper? Das hört man eher selten. Ein Werk, bei dem der Komponist die Aufführung putzmunter erleben kann? Auch eher eine Rarität. Die letzte Premiere der Salzburger Festspiele bot einen solchen Anblick. Aribert Reimann darf zurecht stolz auf die Aufführung seines Werkes sein.

Es handelt sich hier um eine Oper etwas freier nach Shakespeare gefasst. Sie lebt primär von einem geschnürten Paket aus kraftvoller, intensiver Musik „verrührt“ mit realistischen und verdichteten Dialogen. Die Salzburger Festspiele unter ihrem neuen Intendanten Markus Hinterhäuser sind mutiger geworden, das lässt sich auf jeden Fall schon einmal konstatieren.

Gerald Finley besetzt die Titelrolle des Lear (ohne König, wohlgemerkt). Er trumpft auf durch seine Bühnenpräsenz, strahlende Töne von baritonaler Färbung. Die „Ohnmacht der Lage“ kann er trotz flehenden Bitten kaum erkennen, erst gegen Ende. Diese Rolle kann zu einer Ausdrucksstärke seinerseits viel beitragen. Unter der neuartigen sowie profunden Regie von Simon Stone aus der Schweiz spielen und singen sich die Protagonisten durch die schon mal mit Mickey-Mouse-Figuren durchspickte Oper. Die Töchter Goneril und Regan singen ihren Vater an (Evelyn Herlitzius und Gun-Brit Barkmin) und wirken dabei wie Diven oder dramatische Heldinnen.

Die junge Anna Prohaska gibt ihr Rollendebüt als Cordelia und wirkt gelöst und entspannt. Michael Maertens, seines Zeichens Burgtheater-Veteran, ist in der Sprechrolle des Narren zu sehen. Eine eindrucksvolle Idee ist, wie die Statisten als Spielball der Gesellschaft agieren. Sie werden „ermordet“, indem sie in Theaterblut getaucht werden, oder aber von der Bühne gejagt.

Franz Welser-Möst ist mit der musikalischen Leitung betraut, welche er nicht nur bloß „erledigt“, wie manch anderer. Sentiment hat auch keinen Platz beim Dirigat, schnelles Durch“peitschen“ aber ebenso wenig. Er findet einen tollen Mittelweg.

Sommeroper (7): Anna Netrebkos Debüt als AIDA bei den Salzburger Festspielen

 

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Anna Netrebko als Aida (c) APA/Barbara Gindl

 

 

Es ist die wohl am meisten erwartete Oper des Sommers, mit einer berühmten Rollen-Debütantin: Die Salzburger Produktion der „AIDA“ (Giuseppe Verdi). Das alte Ägypten sollte Einzug halten, aber viel minimalistischer als erwartet. Es ist kein Spektakel mit Pomp und Trompeten geworden.

Man erkennt Anna Netrebko, die „westöstliche Diva“, wie sie in einer Fernsehsendung genannt wurde, anfangs fast nicht. Stark geschminkt mit Katzenaugen lässt sie ihre Stimme zu den höchsten Tönen ansetzen. Sie klingt stark, gefestigt und mächtig, geht in ihrer Rolle auf. Monatelang haben alle auf dieses Debüt gewartet, die Premiere war ausverkauft. Kleine Schilder mit „Suche Karte“ außerhalb der Festspielstätte keine Seltenheit.

Statisch und traditionell – so wird die Produktion angekündigt. Traditionell ist sie, statisch kann man sie auch sehen. Sie ist eben anders. Salzburg, oder besser die iranisch-amerikanische Regisseurin (auch Filmregisseurin) Shirin Neshat hat einen ganz besonderen, eigenen Stil eingebracht. Von fast erdrückendem Purismus. Nichts stört, nichts ist voller Emotionen. Nur die Sänger und Sängerinnen bringen diese Emotionen in die kalten, doch reduziert-ausdrucksvollen Wände. Riccardo Muti dirigiert diese Produktion, und man merkt: Hier ist ein Profi am Werk!

Man mag sich über szenischen Stillstand echauffieren. Diese Produktion ist modern, frisch und jugendlich.

Anna Netrebkos Partner auf der Bühne ist als Feldherr Radames Francesco Meli, der die Partie tadellos beherrscht. Ihre Gegenspielerin Ekaterina Semenchuk schreibt als Amneris ein Stück weiterer Festspielgeschichte. Luca Salsi und Roberto Tagliavini als Könige, die sich profund stimmlich und darstellerisch bekriegen.

Salzburg hat definitiv keine solche Aida gehabt!

Sommertalk (6): Konstruktives Gespräch – Ioan Holender mit Kulturexpertinnen

Auf Schloss Leopoldskron, wo früher der Schauspielchef der Salzburger Festspiele Max Reinhardt residierte, fanden die Salzburger Festspielgespräche statt. Unter der charmanten und fordernden Moderation von Ioan Holender trafen sich Dr. Hedwig Kainberger, Ressortleiterin für Kultur bei den Salzburger Nachrichten und mehrfach ausgezeichnete Kulturjournalistin, und Bettina Hering, die Schauspielchefin der Salzburger Festspiele anno 2017. Diese gestaltet in enger Abstimmung mit Festspielintendant Markus Hinterhäuser das Programm.

Die Festspiele warten unter anderem mit „Lulu“ (Alban Berg), „Wozzeck“ (ebenso Berg) oder dem naturalistischen Drama Rose Bernd (Gerhart Hauptmann) auf. Der Jedermann, wie betont wird, ist natürlich singulär. Holender betont aber auch, dass dieser „nie ein wirklich erfolgreiches Stück“ gewesen sei, außer natürlich bei den Salzburger Festspielen. Bettina Hering spricht über Kooperationen mit Institutionen wie dem Wiener Burgtheater oder der Wiener Staatsoper in der Vergangenheit. Unter anderem habe man „Die tote Stadt“ nach Salzburg gebracht.

Holender meint, dass dabei immer Salzburg im Genre „Oper“ das berühmte Recht der ersten Nacht hätte. Er fragt sehr hartnäckig und dabei feinsinnig nach, ob es denn „selten oder nie“ vorkäme, dass Produktionen bei den Festspielen wiederaufgenommen werden. Doch, bekommt er Antwort, das wäre natürlich schon eine Option. Zum Beispiel wurden Werke von Andrea Breth schon wiederaufgenommen.

Dr. Kainberger fragt der charmante Ex-Staatsoperndirektor, ob sie wiederum den „Jedermann“ als ein gutes Stück bezeichnen würde. Sie antwortet: „Der Jedermann ist eigenwillig, er hat eine faszinierende Sprache. Die Sprache ist überhaupt das Element. Der Jedermann stellt eine wichtige Frage in unser aller Leben: Wie sterben wir gut?“. Die Kulturkritikerin hält die Neuinszenierung mit Tobias Moretti und Stefanie Reinsperger unter der Regie von Michael Sturminger für gut. Die Texteinstellungen wären sehr mutig.

Mit eine zentrale Fragestellung in diesem Salzburger Festspielsommer: Wieso will die Menschheit immer wissen, wer Jedermann und wer Buhlschaft darstellt? Ist das so wichtig? Es gibt immerhin eine eigene Pressekonferenz, um die beiden Hauptdarsteller vorzustellen. Dr. Kainberger antwortet: „Für „uns“ als Kulturkritiker ist es nicht so zentral wichtig. Aber: Der Jedermann steht für uns alle, und es ist ein Lehrstück, die Tischgesellschaft, das sind doch wir alle, die wir im Leben stehen.“

Der Jedermann habe die Aufgabe, mitzuteilen, dass man nie alleine sei. Auch wenn niemand bei einem ist. Und, Ioan Holender möchte noch etwas Wichtiges wissen: Was passiert denn nun, wenn der Hauptdarsteller des Jedermann, (in diesem Fall Tobias Moretti) krank wird? Ja, dann, meint Bettina Hering, dann „fällt die Vorstellung aus“. Warum? Könnte man denn nicht in Ausnahmefällen Cornelius Obonya wieder holen? Nein, es gibt nur einen Jedermann-Darsteller im Jahr, und der steht wie schon gemeint für die Allgemeinheit. Deshalb geht ein Ersatz nicht durch.

Wäre es nicht auch eine Option, einmal fremdsprachige Stücke bei den Salzburger Festspielen aufzuführen? Ja, natürlich, aber die Damen sind sich unter dem wachsamen Blick von Holender sicher: Wenn das Konzept stringent ist, dann kann das sein.

Ein stringentes Konzept, damit sind alle zufrieden.

Nicht nur Elgar: Die Sommernachtsgala 2017 in Grafenegg.

 

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Dmitri Hvorostovsky und Aida Garifullina (c) T. Jantzen

 

 

An dem mehr als lauen Sommerabend – viele Besucher hatten sich Picknickdecken mitgebracht wie schon traditionell üblich – gaben sich in Grafenegg unter der Patronanz von Rudolf Buchbinder Künstler-Berühmtheiten die Ehre. Unter ihnen der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky (Дмитрий Александрович Хворостовский) und die tatarische junge Wunderstimme Aida Garifullina.

Das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Yutaka Sado, dem engagierten und energischen Dirigenten, ist heuer in Grafenegg sehr intensiv eingesetzt. So begleitete es die Sopranistin Garifullina bei ihrem gefühlvollen „Wiegenlied“ der Maria aus Tschaikowskis Mazeppa (inspiriert von Iwan Mazeppa). Eine Oper mit unglaublich grausamer Handlung. Garifullinas ätherisch hohe Töne sprechen für sich.

Die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili musste krankheitsbedingt ihren Auftritt in Grafenegg absagen.

Der große russische Bariton Hvorostovsky macht eine schwere Zeit durch, wie viele wissen. Nichtsdestotrotz bewies er stimmliche Festigkeit, ein schön gefärbtes dunkles Timbre sowie Eleganz und Spielfreude. Im Duett mit Garifullina bei Mozarts „La ci darem la mano“ strahlen beide, und Garifullina outriert gewollt.

Durch die Reihen der Festgäste schreitet die Sopranistin bei Musettas wundervollem Walzerlied „Quando m´en vo“ aus Puccinis La Bohéme. Ihre Schönheit und auch ihre stimmliche Präsenz kann man tatsächlich bewundern.

Hvorostovsky lässt mit der „Abrechnung“ des Rigoletto „Cortigianni, vil razza dannata“ aufhorchen. Der bucklige Hofnarr bei Verdi fordert seine Tochter zurück. Der Bariton macht eindrucksvoll klar, dass sich die bösen Günstlinge warm anziehen können.

Yutaka Sado treibt „sein Orchester“ bei Ouvertüren zu „Don Giovanni“ (Mozart), „La forza del destino“ (Verdi) und dem Intermezzo aus „Cavalleria Rusticana“ (Mascagni) zu guten Leistungen.

Aida Garifullina legt bei der „Mattinata“ von Leoncavallo noch eine „Schaufel“ nach und begeistert. Großer Applaus an dieser Stelle.

Mit Tagliaferris „Passione“ und „Ochi chornye“ (Schwarze Augen) in einer Bearbeitung von Reynolds liefert Dmitri Hvorostovsky leidenschaftliche Werke.

Als „Abschluss“ der Sommernachtsgala besingen Garifullina und Hvorostovsky die „Moskauer Nächte“ von Sedoi. Der Kreis wird (wie immer in Grafenegg) mit dem populären Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar geschlossen.

Musikfestival Steyr 2017: Große Gefühle und New York!

 

Das Musikfestival Steyr, es hat sich in der Welt des Musiktheaters bereits einen Namen gemacht. Und einen sehr guten Namen! Im Sommer strömt alles, was kulturbegeistert ist, auch nach Oberösterreich, wo die beiden Flüsse zusammenfließen. Dort liegt auch der Kulturdrehpunkt, wo Kons. Karl-Michael Ebner das Festival erfolgreich führt. Heuer hat man sich nach längerer Zeit wieder für ein Musical entschieden, und zwar wird mit einem bestens eingespielten Team „WEST SIDE STORY“ gespielt.

Auf der Open Air Bühne im Schlossgraben von Schloss Lamberg wird die hinreißende und mitreißende Musik von Leonard Bernstein erklingen. Der Intendant freut sich, seine Gäste persönlich im Sommer begrüßen zu dürfen.

West Side Story entstand nach einer Idee von Jerome Robbins. Das Buch stammt von Arthur Laurents, die Gesangstexte von Stephen Sondheim. Marcel Prawy gestaltete die deutsche Fassung.

Die Regie wird wie in den letzten Jahren Susanne Sommer übernehmen. Für die Choreografie ist Florian Hurler verantwortlich. Die musikalische Leitung liegt bei Siegmund Andraschek.

Das Bühnenbild wird von Georg Lindorfer gestaltet, um die Kostüme kümmert sich Caterina Visconti, und für eingeblendete Visuals wird sich Martin Schiske einsetzen.

Es singen und spielen Juliette Khalil, David Sitka, KS Josef Luftensteiner, Ewald Reiter, Martina Dorak, Jakob Semotan und Bernhard Viktorin.

Die Aufführung erfolgt in Zusammenarbeit mit der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität Wien).

Als Orchester fungiert das COOV – Cross Over Orchestra Vienna, und das Ballett ist das Europaballett St. Pölten.

Die Übertragung des Aufführungsrechtes erfolgt hierbei in Übereinkunft mit Music Theatre International (Europe) Ltd.; Bühnenvertrieb für Österreich: Josef Weinberger Wien, GmbH.

Gespielt wird im Sommer, vom 27. Juli (Premiere), bis zum 12. August 2017.

 

Die Salzburger Festspiele 2017 – Mit dem Festspielpartner Audi erleben Sie die Salzburger Festspiele auf besondere Art.

 

 

Termine:

JEDERMANN

mit Tobias Moretti, Stefanie Reinsperger

21. Juli (Premiere), 23., 28., und 29. Juli, 03., 07., 14., 18., 20., 24., 26. und 28. August 2017

 

AIDA

Giuseppe Verdi

Die Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti,

mit Anna Netrebko und Francesco Meli

09. August 2017

mit Victoria Yeo und Yusif Eyvazov

22. August, 25. August 2017

 

I DUE FOSCARI – Konzertante Aufführung

Giuseppe Verdi

mit Plácido Domingo, Joseph Calleja

11. August, 14. August 2017

 

LA CLEMENZA DI TITO

Wolfgang Amadeus Mozart

mit Russell Thomas, Golda Schultz

13. August 2017

 

LADY MACBETH VON MZENSK

Dimitri Schostakowitsch

Die Wiener Philharmoniker, Ferruccio Furlanetto, Maxim Paster

15. August 2017

 

ARIODANTE

Georg F. Händel

mit Cecilia Bartoli, Rolando Villazón

16. August (Premiere), 22. und 28. August

 

LUCRETIA BORGIA

Gaetano Donizetti

mit Juan Diego Floréz, Krassimira Stoyanova

27. August 2017

 

 

Audi bietet Ihnen hierzu VIP-Arrangements.

Preise „Audi VIP Arrangements“

Oper

(La Clemenza di Tito, Lady Macbeth von Mzensk, Ariodante) € 1.125 p.P. im Doppelzimmer

Aida € 1.145 p.P. im Doppelzimmer

 

Konzertante Aufführung

(I due Foscari, Lucretia Borgia) € 1.050 p.P. im Doppelzimmer

 

Schauspiel

Jedermann € 830 p.P. im Doppelzimmer

Einzelzimmer sowie Verlängerungsnächte buchbar auf Anfrage!

 

Hotels

Romantikhotel Gmachl  (**** Superior)

Der älteste Familienbetrieb Österreichs, in Elixhausen, am grünen Stadtrand, 8 km vom Stadtzentrum Salzburg, moderner Entspannungs- und Wellnessbereich, liebevoll eingerichtete Zimmer

oder

Hotel Crowne Plaza Salzburg – The Pitter

2014 renoviertes Traditionshotel, direkt gegenüber vom Mirabellgarten und 10 Gehminuten von der Altstadt. Traumhafter Ausblick und kulinarische Erlebnisse vom „IMLAUER – Sky – Bar und Restaurant“ im neu gebauten Dachgeschoss.

 

Die Audi VIP Arrangements

–> 1 Übernachtung im Romantikhotel oder im Crowne Plaza

–> Get together mit Drinks und Canapés

–> Festspielkarte Oper, Oper konzertant oder Schauspiel 1. Kategorie

–> Audi VIP Shuttle zur Aufführung und vom Restaurant zurück zum Hotel

–> 1 Programmheft der Salzburger Festspiele 2017

–> Pausenempfang (nicht bei „Jedermann“)

–> Dinner plus Tischgetränke

–> Gruppentrinkgelder

–> Reisebetreuung durch die festival service gmbh

 

Reservierung und Informationen

festival service GmbH, Maxglaner Hauptstraße 12, 5020 Salzburg

Telefon: +43 662 855107, Email: info@festivalservice.com

 

 

 

 

 

Der 61. Wiener Opernball: Neuerungen, Teuerungen und Jonas!

 

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Jonas Kaufmann am Wiener Opernball 2017; Foto: Picture alliance/dpa

 

Der Wiener Opernball ist Fixpunkt der Ballsaison: Bei den Damen werden Frisuren gezaubert, Roben geschneidert, angepasst, da wird sich kasteit. Die Herren schlüpfen in den edlen Frack, meist mit Orden geschmückt, die Fliege muss sitzen, andernfalls wird sie von der Partnerin zurechtgerückt. Das kennt man. Dieser Opernball stand erstmals unter der Leitung von Maria Großbauer, die sich im Vorfeld bereits sehr aufgeregt zeigte.

Der Ball wurde überschattet vom Tod der österreichischen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, die ihren Kampf gegen den Krebs verloren hatte, jedoch sicher „gewollt hätte, dass man am Tag des Opernballs fröhlich und lebensfroh tanzt“.

Viele Neuerungen mussten her, die von der Vorgängerin etablierte „Pink Bar“ etwa musste weichen, anstatt dieser waren in der Bar an der Wand lustige Trinksprüche aus Opern und Operetten zu lesen: „Trinke Liebchen, trinke schnell, Trinken macht die Augen hell!“. Überhaupt war es ein OPERN-Ball, denn an jedem Eck´ und End´ konnte man Reminiszenzen an die „Zauberflöte“ (Scherenschnitte, 5 Meter hoch), an den „Rosenkavalier“ (die Debütanten überreichten einander die Silberne Rose), und an den „Freischütz“ (der Ball-Heurige wurde zur „Wolfsschlucht“) sehen.

Das Krönchen der Debütantinnen stammte in diesem Jahr von keinem Geringeren als Karl Lagerfeld himself (der jedoch nicht anwesend war). „Le Beau Danube bleu“ soll seine Inspiration für die Diademe mit Swarovski-Kristallen besetzt, gewesen sein. Später erklärte Evelyn Haim-Swarovski im Interview mit Mirjam Weichselbraun den Kopfschmuck noch genauer. Die geliebten Ball-Kommentatoren Christoph Wagner-Trenkwitz und Kari Hohenlohe wurden aus ihrem „Kammerl“ geschickt, sie saßen diesmal im elegant eingerichteten „Containerdorf“ vor der Oper, von wo aus sie „lustige“ Selfies von Opernballzusehern zeigten oder die Damen- und Herrenspenden besprachen: Darunter das typische Frühstück aus dem „Rosenkavalier“ für die Damen, nämlich „Biskotten und T´schoklad“ von Demel, „Venti Scudi“ – als Palmers-Münzen, aus „L´elisir“, oder die „Silberne Rose“ als Brosche. Die Herren erhielten ein Buch über den Staatsopernchor und Thermalbad-Eintritte. Lumpen ließ man sich mit den Ballspenden sicher nicht.

Die Logen waren heuer besonders expensiv, knapp 20.000 Euro musste man schon einmal hinblättern. Geladene Gäste genossen Würstel und Champagner, man tratschte, auch über den offenbar unkomplizierten und gut gelaunten Stargast eines gewissen Baumeisters.

Nun aber zur künstlerischen Darbietung des Abends:  Die „Fächer-Polonaise“ von Ziehrer wurde erst einmal eingetauscht gegen die Polonaise aus „Eugen Onegin“ von Tschaikowski. Neben dem Ballett (u.a. Maria Yakovleva), das zum Strauss-Walzer „Künstlerleben“ tanzte, glänzte JONAS. Ja, richtig gelesen: Jonas Kaufmann, gefragtester Tenor unserer Zeit, gab zwei Arien zum Besten, im riesigen Ballsaal, wo die Akustik schon ein wenig kompliziert sein kann.

Jonas Kaufmann, er erhob wieder seine samtige Stimme, diesmal zu einem Rollendebüt: Er ist noch nie beim Wiener Opernball aufgetreten, somit konnte auch er sich an diesem Abend zu den Debütanten zählen. Er fiel aber auch durch eine etwas tiefere Sprechstimme auf.

Das Wiener Staatsopernorchester unter der Leitung der römischen Dirigentin Speranza Scappucci, welche mit großem Elan dirigierte, begleitete den Tenor der Tenöre bei Don Josés Blumen-Arie: La fleur que tu m´avais jetée aus „Carmen“. Er ließ seine (Stimmband)-Muskeln spielen, und begeisterte durch fein ziselierte Nuancen. Nur eines war zu vermissen: „Seine“ Carmen, die er leidenschaftlich besang. Beschwingter, aber etwas weniger leidenschaftlich der Lehár-Gassenhauer: Dein ist mein ganzes Herz aus „Das Land des Lächelns“.

Interessantes Detail am Rande: Jener Sänger, der jedes Mal für die Künstler und Künstlerinnen einen Empfang gegeben hatte, blieb heuer dem Ball fern; Kammersänger Herwig Pecoraro zog es vor, den Event von zu Hause aus zu verfolgen.

Im Spiel der Sommerlüfte: Vorschau auf die Festspiele Reichenau 2017

 

Die Festspiele Reichenau an der Rax haben sich auch 2017 wieder zum Ziel gesetzt, „einige Stunden Lebensfreude“ zu bereiten. Nach einer äußerst erfolgreichen Saison 2016 bereitet das Intendanten-Paar Peter und Renate Loidolt bereits die 30. Spielzeit vor. Es finden sich bekannte Autoren, eine englische Bühnenfassung und tolle Klavierkonzerte (die immer für Begeisterung sorgen).

Der kleine gedruckte Vorschau-Zettel auf 2017 wurde im vorigen Jahr bereits zum begehrten Objekt, das jeder Theaterfreund, jede Theaterfreundin unbedingt schon in Händen halten wollte. Es wird ja gerne gesagt, dass sich besonders Wiener Theatergrößen in Reichenau im Sommer die „Klinke in die Hand geben“.

Ein Mann, der Reichenau an der Rax die Treue hält, ist Joseph Lorenz, immer wieder als Name auf dem Besetzungszettel zu finden, auch heuer: Er „gönnt“ sich mit dem „Baumeister Solness“ von Henrik Ibsen erstmals auch eine Regie, und spielt auch die Titelrolle. An seiner Seite: Julia von Sell, Rainer Frieb, und die junge Josefstadt-Schauspielerin Alma Hasun in der Rolle der Hilde Wangel.

Arthur Schnitzler darf auch seinen Beitrag leisten, und zwar mit „Im Spiel der Sommerlüfte“, einem Schauspiel in drei Akten. Im „niederösterreichischen Dorf Kirchau“ spielen unter der Regie von Ex-Schloss Weitra-Intendantin Beverly Blankenship Julia Stemberger, Dietrich Mattausch, Tobias Reinthaller, Maria Schuchter, der Volkstheaterstar Marcello de Nardo, und Fanny Altenburger. Schnitzlers letztes Stück soll in Reichenau zu etwas ganz Besonderem werden.

Von D.H. Lawrence kommt die Antwort auf die „Frauenschicksale“, es ist „Lady Chatterley“ in einer neuen Bühnenfassung, in der Regie von John Lloyd Davies werden Lukas Spisser, Tobias Voigt und „Lady“ Katharina Straßer ihr Bestes geben.

Ödön von Horváth, der Reichenau persönlich nie besucht hat, dessen Komödie „Zur schönen Aussicht“ aber durchaus auch hier spielen könnte, ist 2017 ebenso auf dem Spielplan vertreten. Die Komödie in drei Akten wartet mit interessanter Besetzung auf: Nicolaus Hagg, Thomas Kamper, Philipp Stix, David Oberkogler, „Sir“ Peter Matic, Therese Affolter und Johanna Prosl werden die „schöne Aussicht“ genießen. Regie führt Michael Gampe.

Das Sprechtheater-Programm rundet eine szenische Lesung im Rahmen der literarischen Matineen von Renate Loidolt ab: AMOK – Der Amokläufer von Stefan Zweig, dessen Protagonist sich für 10 Jahre in die holländischen Kolonien absetzt, um als Arzt zu arbeiten, nach sieben Jahren aber die Lust verliert, wird sicherlich ein Highlight.

Und schließlich noch die begeisternden Klavierkonzerte, dieses Jahr wieder bestritten durch einerseits den Pianisten, den wir alle kennen, Rudolf Buchbinder (der auf keinen Fall „Professor“ genannt werden will!) und andererseits die Schwestern Katia und Marielle Labéque, welche gemeinsam mit dem Trio Kalakan musizieren werden.

 

 

Info:

Premiere „Baumeister Solness“ (H. Ibsen): 1. Juli, 19:30 h, Großer Saal

Premiere: „Im Spiel der Sommerlüfte“ (A.Schnitzler): 2.Juli, 15:30 h, Neuer Spielraum

Premiere: „Lady Chatterley“ (D.H. Lawrence): 3. Juli, 19:30 h, Großer Saal

Premiere: „Zur schönen Aussicht“ (Ö. v. Horváth): 4. Juli, 19:30 h, Neuer Spielraum

Szenische Lesung: „AMOK“ (S. Zweig): 8.Juli, 11:00 h, Neuer Spielraum

Klavierkonzert Rudolf Buchbinder: 2.Juli, 11:00 und 19:3o h

Klavierkonzert Katia & Marielle Labeque: 23. Juli, 11:00 und 19:30 h