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„Goldener Schikaneder“ 2014 – Musiktheaterpreis 2014-humoriger Moderator

Theater an der Wien. Wien                                                                   17. Juni 2014

-KK exklusiv-

ÖSTERREICHISCHER MUSIKTHEATERPREIS 2014 im Theater an der Wien

Der Musiktheaterpreis „Goldener Schikaneder“ mit seiner jungen Geschichte- es ist ein frischer, innovativer Preis. Er kommt ohne Subventionen, aber „mit Herz“, wie Co-Erfinderin und Sopranistin Elisabeth Flechl von der Volksoper Wien betonte. Als Schirmherr dieses Preises fungiert Karl Michael Ebner von der Volksoper Wien, auch Chef des Musikfestivals Steyr (OÖ).

Großes Gedränge vor dem Eingang zum Theater an der Wien. Viele prominente Gäste waren gekommen, um ihren Favoriten für den Preis die Daumen zu drücken, eine Laudatio zu halten und die Verleihung zu verfolgen. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Kartenausgabe wirklich außergewöhnlich rasch und gut organisiert war. Da sah man etwa KS Josef Luftensteiner etwas angespannt vorbeieilen, oder die beiden lebensgroßen Goldenen Schikaneder, die auch wirklich weiß im Gesicht bemalt waren.

Auf der Bühne erschienen erst Elisabeth Flechl und Karl-Michael Ebner, dann der Moderator des Abends, der den Abend auch wirklich fabelhaft gestaltete: Christoph Wagner-Trenkwitz. Er lud das Publikum auch bei kurzen Passagen zu heftigem Applaus ein: „Sie dürfen auch mir applaudieren!“ Das Publikum leistete dieser Aufforderung umgehend Folge, mit Gelächter. Die Dauer-Bestrahlung des Publikums mit Scheinwerfern während der Veranstaltung war nicht wirklich störend, wurde dies doch für eine Fernsehaufzeichnung berücksichtigt. Der Goldene Schikaneder sähe „aus wie letztes Jahr“, die Statue hätte nur eine grundlegende Änderung erfahren. Die Haare derselben wären nun „goldgelb“, so Trenkwitz. Zwei als Schikaneder- „Preis“ in Lebensgröße verkleidete Darsteller fanden sich auf der Bühne, und assistierten auch jeweils bei der Vergabe der Preise.

In der Kategorie Lebenswerk wurde KS Edita Gruberova geehrt. In ihrer Dankesrede meinte sie, ihr Manager habe sie angerufen und gesagt, sie bekomme einen Preis für ihr Lebenswerk. Sie habe entgegnet: „Jetzt schon?“. Gelächter im Publikum. Aber es war keinesfalls so gemeint, dass sie nicht mehr singen solle. Im Gegenteil. Gruberova betrat die Bühne mit dem Elan eines jungen Mädchens. In Videoeinspielungen früherer Aufführungen sah man sie etwa als „Gilda“ in Rigoletto an der Seite von Pavarotti oder als „Adele“ in der Fledermaus an der Seite von Eberhard Waechter. Bei der Verleihung an KS Edita Gruberova war von der Galerie ein Plakat mit der Aufschrift „Edita – l´unica“ wahrnehmbar. Sie nahm ihren Preis also mit Humor und Freude entgegen.

In insgesamt 12 Kategorien wurden die Schikaneder-Preise vergeben.

Die Gewinner und Gewinnerinnen:

Kategorie Beste Männliche Hauptrolle:  Lars Woldt | Volksoper Wien | Der Wildschütz | Baculus

Kategorie Beste Weibliche Hauptrolle:   Tatjana Larina | Vorarlberger Landestheater | La Traviata | Violetta

Kategorie Weibliche Nebenrolle: ex aequo  Johanna Arrouas | Bühne Baden | Im Weißen Rössl | Klärchen
Anna Prohaska | Theater an der Wien | Fidelio | Marzelline

Kategorie Männliche Nebenrolle: Florian Boesch | Theater an der Wien | Radamisto | Tiridate

Kategorie Ballettproduktion des Jahres: Stephan Thoss | Volksoper Wien | Blaubarts Geheimnis

Kategorie Musikalische Leitung: Bertrand de Billy | Theater an der Wien | Mathis der Maler

Kategorie Ausstattung: Hans Schavernoch (Bühne)/Yan Tax (Kostüme | Raimund Theater/Ronacher | Elisabeth

Kategorie ORF III Publikumspreis: André Schuen

Kategorie Gesamtproduktion: Mathis der Maler | Theater an der Wien

Kategorie Regie: David Pountney | Landestheater Linz | Spuren der Verirrten

Kategorie Lebenswerk: Edita Gruberova

Kategorie Nachwuchskünstler: Nadezhda Karyazina | Salzburger Landestheater

Die Namen der Gewinner und Gewinnerinnen wurden von Jurymitgliedern aus der hochkarätigen Jury aus dem Bereich Kunst und Kultur verkündet: Unter anderem von KS Neil Shicoff, KS Harald Serafin, Regisseur Robert Dornhelm, Dirigent Rudolf Bibl, Theaterschauspielerin und Grande Dame Lotte Tobisch, KS Kurt Rydl, Moderatorin Ani Gülgün-Mayr (ORF III).

Kurt Rydl merkte an, dass ein „Bass halte, was ein Tenor verspreche.“ Auch über kleine Pannen ließ Trenkwitz charmant hinwegsehen, mit seiner lockeren und gewinnenden Moderation. Diesen Mann sollte man für viel mehr Moderationsjobs andenken. Das Publikum unterhielt sich unter seiner Anleitung köstlich. Gewinnbringend, aber unaufdringlich gestaltete er diesen angesichts möglicher Leerläufe doch extrem unterhaltsamen Abend.

Gesangseinlagen wurden von Sieglinde Feldhofer von der Oper Graz („Kommt ein schlanker Bursch gegangen“ aus C.M.Webers Freischütz), Anita Götz von der Volksoper Wien („Arie der Norina“ aus Donizettis Don Pasquale) und der Newcomerin Nazanin Ezazi von der Oper Graz („Arie der Pamina – Ach ich fühl´s“ aus Mozarts Zauberflöte) beigesteuert.

-Martina Klinger-

 

 

 

 

 

 

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