Stars am Champ de Mars – Concert de Paris

Champ de Mars.Paris                                                                                                    Juli 2014

Spitzensänger und -sängerinnen gaben sich im sommerlichen Paris ein Stelldichein. Von Piotr Beczala bis Natalie Dessay waren viele Stars darauf eingestimmt, den Nationalfeiertag der Franzosen zu feiern. Zu diesem Zweck fand ein Konzert am Mars-Feld vor dem Eiffelturm statt, der glänzend beleuchtet war.

Vorweg zum Dirigat von Daniele Gatti: Ein impulsiver Dirigent sieht anders aus, eher ruhig ging der Italiener mit dem Taktstock um. Lächelnd und streckenweise sogar stoisch.

Von der leuchtend vorgetragenen Arie „Una furtiva lagrima“ aus Donizettis „Elisir“, die bekanntermaßen ja traurig und schwermütig ist, merkte man nicht viel. Außer dass sie sicher nicht schwermütig gesungen war, und zwar aus dem Munde von Lawrence Brownlee. Eher juvenil und heiter würde man den Gesangsstil bezeichnen, den der Tenor auch bei der Triumph-Arie des Tonio aus der „Regimentstochter“, ebenfalls ein Werk Donizettis, anwandte. Bei zweiterer passt eine Jubelstimmung ja auch deutlich besser ins Bild. (Beschwört Tonio in dieser Arie doch, dass er die Protagonistin Marie liebt und alles für sie tun würde, sogar zum Militär würde er für sie gehen).

Als Orchesterstück wählte Gatti das „Theme Principal“ aus „Star Wars“. Überraschend gut hielten sich die Bläser.

Die Sopranistin Olga Peretyatko begeisterte mit ihrer Interpretation von „Salut a la France“, dem Gruß von Marie aus der „Regimentstochter“ an Frankreich. Dieser wurde auch schon oft von der „Parade-Marie“ Natalie Dessay gesungen, die an diesem Abend zwei Duette gemeinsam mit Laurent Naouri zum Besten gab: „Bist du bei mir“ von Stölzel und ein Chanson von Michel Legrand.

Der Choir de Radio France gab sich die Ehre mit „Avec la garde montante“ aus „Carmen“ von Bizet.

Ein Auftritt von Anna Netrebko in Gelb ließ nicht lange auf sich warten, sie intonierte „La mamma morta“ aus Andrea Chenier.

Der polnische Startenor Piotr Beczala trat gleich mit mehreren Bravourarien auf: „Celeste Aida“ und „E lucevan le stelle“. Fein timbriert und vielleicht auch der beste Tenor derzeit. (Kaufmann-Fans, bitte weggucken! :))

Das wohl schönste Duett für Frauenstimmen der Operngeschichte (auch bekannt aus der Marmeladen-Reklame): „Lakme“ von Delibes, interpretiert von Elina Garanca und Olga Peretyatko. Eine, wie sich herausstellte, glänzende Kombination.

Das schöne Paris mit seinem beleuchteten Eiffelturm, das Marsfeld, der Arc de Triomphe, all diese Sehenswürdigkeiten boten die Kulisse für das Konzert zum Nationalfeiertag.

-MK-