„Gala“-Fledermaus mit vielen Stars – Wiener Staatsoper

Der Silvesterabend gehört in Theaterkreisen zu den „Gala-Events“, wo besondere Vorstellungen stattfinden. Klamauk und Spaß dürfen nicht fehlen. Die Aufführung der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss Sohn in der Wiener Staatsoper gehört dazu. Auch beim Jahreswechsel 2016/17. Kammerschauspieler Peter Simonischek gab den Gefängniswärter Frosch, welchen er inzwischen liebevoll geprägt hat. Mit rot geschminkter „Schnapsnase“ und wirrem, durcheinandergebrachtem Haar.

An diesem Abend ging es nicht so sehr darum, dass Rosalinde am Ende ihrem Gatten verzeiht. Man weiß im Stück: „Der Champagner hat Wirrungen verschuldet“. „Eisenstein erkennt auf dem Fest seine eigene Gattin nicht, wie gibt es denn so etwas?“, hatte vor Jahren Barbara Rett den Tenor Herbert Lippert gefragt. Er entgegnete: „So etwas gibt es wohl nur in der Operette!“

In dieser Silvester-Aufführung der „Fledermaus“ ist ebenso alles möglich. Kammersänger Michael Schade gab sein „Eisenstein“-Debüt, vorher wurde er noch mit einer ranghohen Ehre aus Kanada (seinem Herzensland) überrascht. Nur die Pointen gerieten ihm etwas zum Verhängnis, gesanglich kann man einem Kapazunder wie ihm nichts vorwerfen. Gabriel von Eisenstein zeigt auch eine melancholische Seite. Regine Hangler als seine Gattin Rosalinde hat die Rolle gut verinnerlicht, wenn sie auch outrierte. Ihre geliebte Adele spielte Daniela Fally voll aus, inklusive köstlicher Bonmots. Norbert Ernst als Alfred ließ Glanz vermissen, den er in Jahren zuvor noch „drauf“ hatte. Als Prinz Orlofsky hatte man Elena Maximova engagiert. Die Russin verkörperte den Prinzen stilecht. Clemens Unterreiner als Dr. Falke hatte diebischen Spaß, als er wieder die Fäden seiner Intrige ziehen durfte, und überzeugte mit  vokaler Durchschlagskraft. Wolfgang Bankl als Gefängnisdirektor Frank zeigte sich flexibel. Peter Jelosits als Dr. Blind und Lydia Rathkolb als Ida fügten sich achtbar ein.

Der berüchtigte Überraschungsgast am Silvesterabend: ER kam und begeisterte die Massen: Juan Diego Flórez, der Mann mit der Samtstimme, „bewaffnet“ mit Gitarre. Die Arie des Tonio aus der „Regimentstochter“ (da hätte noch gefehlt, dass Eisenstein, Rosalinde, Adele am Bankett sitzend und Co. die Soldaten gemimt hätten) mit „mörderisch“ hohen C´s, auch eine Version von „Guantanamera“, vermischt mit „I wish you a happy new year“, war zu hören.

Gastauftritte von J.D. Flórez:

Ah mes amis! (Tonio, Fille du Regiment)

Auld Lang Syne und Guantanamera:

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