Er ist, was er ist! Uwe Kröger gastierte in Neunkirchen/

 

Uwe Kröger
Uwe Kröger; Foto: S. Gergely

 

 

Musicalstar Uwe Kröger versprach einen „intimate evening mit book-reading“. Viel Neunkirchner Prominenz war versammelt, dennoch blieben einige Plätze leer. Uwes Bühne bot ein stimmungsvolles Set-Up, wie man es annähernd von Musicalbühnen kennt, nur eben ganz intim und kammerspiel-haft. Ein Lesehocker, eine Lampe, ein Klavier. Der Kulturverein Neunkirchen begrüßte einen großen Star.

Da betritt Uwe Kröger die Bühne, zuerst „nur“ aus dem Off singend, dann sieht man ihn, begleitet von der jungen, talentierten Sandra Schennach am Klavier. Es gibt heftigen Auftrittsapplaus! Uwe trägt Schwarz, elegant und modisch, doch ein Blick auf seine Schuhe verrät: Oh, hoppla! Uwe trägt nicht etwa Budapester. Er präsentiert silbern glitzernde – High Heels! Als trüge er sie schon jahrelang, sitzt, spielt, tanzt, springt er in diesen. Er demonstriert eine Übung aus der Schauspielausbildung: Uwe wartet auf den Bus, es beginnt zu regnen, der Bus kommt, er hat kein Geld dabei. Mit bemerkenswerter Mimik spielt er die Übung durch, gelernt ist gelernt, und Talent ist Talent.

Dann spricht er über einen Liedtext aus „La Cage aux Folles“ (Käfig voller Narren): Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt: ICH BIN, WAS ICH BIN. Ein Aufruf zur Freiheit, zur Fairness, zur Toleranz, nicht nur im Musical sollte es gelten, sondern auch im Leben. Jedem eine Chance zu geben, egal ob schwarz, weiss, groß, klein, dick, dünn, homo oder hetero.

Am Theater des Westens Berlin bewunderte er Helmut Baumann in der Rolle „Zaza/Albin“. Das Lied: „Ich bin, was ich bin“ begleitet ihn schon ein Leben lang.

Als man an Uwe herantrat, er solle doch ein Buch schreiben, fragte er: Wer wird es denn lesen? Jeder könnte doch eine spannende Lebensgeschichte schreiben. Natürlich hat Uwe Kröger viele Fans, und die möchten alles über ihren Star erfahren! Also ist ein Buch sicher keine schlechte Idee. In Neunkirchen rezitierte er aus seinem zum Geburtstag erschienenen Buch, das denselben Titel wie das Lied trägt: Ich bin, was ich bin.

Uwe war nicht immer der routinierte Schauspieler und Musicalstar, der er heute ist. Während des Zivildienstes lernte er, alleine zu leben und klarzukommen. Er arbeitete auch in der Jugendpsychiatrie. In seinen ersten Produktionen in seiner Heimatstadt Hamm hat er „Blut geleckt“. Die Initialzündung folgte auf die Revue „Dreams on Broadway“ in welcher er eher zufällig eine Rolle übernahm.

Was braucht es, um berühmt zu sein/werden? Auch Uwe Kröger, so sagt er, kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Aber auf jeden Fall sollte man den Ehrgeiz mitbringen, Regeln zu brechen. Er selbst gebe 200% Einsatz, wenn es eine Aufgabe verdiene. Es MUSS hinter allem ein Wille sein.

In der Rolle vollzieht Uwe Kröger dann den Wechsel von Mann und Frau („Albin/Zaza“) sehr elegant. Man muss dazu weiche Bewegungen machen und könne nicht „männlich“ dastehen.

Er erfreut mit Ausschnitten aus seinen Erfolgs-Musicals „The Addams Family“ (als Gomez Adams, weiterer Bericht hierzu The Addams Family (Uwe Gomez Addams Kröger) & Co. in Bremen), „Elisabeth“ (der Tod) und Kapitän Trapp (The Sound of Music) Edelweiß, jeder weiß, the Sound is fine. Sehr unterhaltsam; und auch zum Nachdenken brachte der große Musicalstar das Publikum! Nur schade, dass einige aus dem Publikum bereits zu früh den Saal verließen und Uwe keinen Applaus mehr spenden konnten.