Das Theater in der Josefstadt präsentiert den Spielplan für die Saison 2020/21

Wann es weitergeht, ist aus heutiger Sicht schwer zu sagen. Aber wie, das weiß das Theater in der Josefstadt schon sehr genau: Der Spielplan wurde jüngst präsentiert. Einige ersehnte Produktionen, aber auch Neuheiten sind darunter.

Das derzeitige Motto: „Am Ende des Tunnels schimmert das Bühnenlicht.“

In der Warteschleife: Acht Neuproduktionen im Haupthaus, sechs Neuproduktionen in den Kammerspielen. Sechs Uraufführungen und eine deutschsprachige Erstaufführung.

UPDATE: Vorläufige Premierentermine wurden bekannt gegeben.

> Peter Turrinis „Gemeinsam ist Alzheimer schöner“ (Kammerspiele der Josefstadt) – eine Uraufführung. Was bleibt von einem Menschen, wenn nichts mehr übrig bleibt? Maria Köstlinger und Johannes Krisch spielen ein Paar, welches immer vergesslicher wird. Regie: Alexander Kubelka. Geplante Premiere: 19. September 2020

> Thomas Bernhards „Der deutsche Mittagstisch“ (Theater in der Josefstadt) – dreht sich um die Verwischung der Geschichte, ein Dramolett: Was wird verschwiegen, von der Vergangenheit, wie wird mit Gräueltaten umgegangen. Bernhards unverstellter Blick auf geschichtliche Details in Deutschland und Österreich. Es spielen: Sandra Cervik, Traute Hoess, Ulli Maier, Lore Stefanek, Raphael von Bargen, Robert Joseph Bartl, Marcus Bluhm, Michael König, André Pohl und Bernhard Schir. Regie: Claus Peymann. Geplante Premiere: 17. September 2020

> Daniel Glattauer mit „Die Liebe Geld“ (Kammerspiele der Josefstadt) – eine Uraufführung. Die liebe Bank, das liebe Geld: Wo ist es eigentlich hin verschwunden? Kaum mehr Bargeld sieht man. Nur noch Kreditkarten, alles wird MODERNER. Zum Vorteil oder zum Nachteil? Man sieht kaum Geld in diesem Stück, aber diese SchauspielerInnen: Silvia Meisterle, Martina Stilp, Michael Dangl und Roman Schmelzer. Regie: Folke Braband. Geplante Premiere: 24. September 2020

> Hermann Bahr mit „Das Konzert“ (Theater in der Josefstadt) Klavier deckt Sexhunger und Leidenschaft, die Frau des Pianisten ist informiert. Es spielen: Sandra Cervik, Marlene Hauser, Alma Hasun, Michaela Klamminger, Anna Laimanee, Therese Lohner, Gioia Osthoff, Martina Stilp, Susanna Wiegand, Herbert Föttinger, Jakob Elsenwenger, Martin Vischer, Siegfried Walther. Regie: Janusz Kica. Geplante Premiere: 15. Oktober 2020

> Folke Braband mit „Monsieur Pierre geht online“ (Kammerspiele der Josefstadt) Ein alter Mann entdeckt das Netz. Mit schwerwiegenden Folgen. Denn bald ist er nicht mehr das, was er scheint. Nach dem französischen Film un profil pour deux (S. Robelin). In den Kammerspielen der Josefstadt ist in der Rolle des alten Mannes Wolfgang Hübsch zu sehen. Mit: Martina Ebm, Susa Meyer, Larissa Fuchs und Claudius von Stolzmann. Regie: Werner Sobotka. Geplante Premiere: 29. Oktober 2020

> Christopher Hamptons „Geheimnis einer Unbekannten“ (Theater in der Josefstadt), von Stefan Zweigs „Brief einer Unbekannten“ abgeleitet, – eine Uraufführung. Die deutsche Übersetzung liefert Daniel Kehlmann. Ein Schriftsteller und eine unbekannte Frau, die unsterblich seit ihrem 13. Geburtstag in ihn verliebt war. Er bekommt jedes Jahr an seinem Geburtstag weiße Rosen. Von wem? Im Dunkeln tappen beziehungsweise verschleiern müssen in dieser Inszenierung Michael Dangl und Martina Ebm. Mit: Michael Schönborn. Regie: Christopher Hampton. Geplante Premiere: 01. Oktober 2020

> Ulrich Becher & Peter Preses mit „Der Bockerer“ (Theater in der Josefstadt) Fleischhauer Karl Bockerer wird zum Helden – einem positiven Helden, nach dem die Sehnsucht 1945 groß war. Er demaskiert die NS-Ideologie auf seine Weise, ohne ein Widerstandskämpfer zu sein. Eigentlich ist die (Film-)Rolle untrennbar mit Karl Merkatz verbunden, es schlüpft Johannes Krisch in die Titelpartie. Mit: Marlene Hauser, Ulli Maier, Susanna Wiegand, Marcus Bluhm, Oliver Huether, Tobias Reinthaller, Ulrich Reinthaller, Oliver Rosskopf, Johannes Seilern, Alexander Strömer und Martin Zauner. Regie: Stephan Müller. Geplante Premiere: 17. Dezember 2020

> Beau Willimon mit „The Parisian Woman“ (Kammerspiele der Josefstadt) – eine deutschsprachige Erstaufführung, nach Motiven von Henri Becques „La Parisienne“, Deutsch von Michael Walter. Wie weit ist die Frau von Welt bereit zu gehen, um ihrem Mann auf die steile Karriereleiter zu verhelfen? Mit dieser Frage beschäftigen sich in dieser Inszenierung: Katharina Klar, Maria Köstlinger, Martina Stilp, Herbert Föttinger und Joseph Lorenz. Regie: Michael Gampe. Geplante Premiere: 10. Dezember 2020

> Elfriede Jelinek mit „Rechnitz (Der Würgeengel)“ (Theater in der Josefstadt) – kollektives Verschweigen und Verdrängen – dagegen hat die Autorin etwas – einen wortgewaltigen Text. Was damals, kurz vor Kriegsende 1945, in Rechnitz (Burgenland) passiert ist, darf nicht unter den Tisch gekehrt werden. Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter wurden im Rahmen eines Festes einer Gräfin erschossen. Die Gräfin verschwand am nächsten Tag. Zwei Zeugen, die aussagen hätten können, wurden 1946 ermordet. Gegen das Vergessen! Mit: Michaela Klamminger, Sona MacDonald, Elfriede Schüsseleder, Robert Joseph Bartl, Tamim Fattal, Dominic Oley, Götz Schulte, Martin Vischer. Regie: Anna Bergmann. Geplante Premiere: 09. Januar 2021

> Bertolt Brecht mit „Die Dreigroschenoper“ (Kammerspiele der Josefstadt) – nach The Beggars Opera, die anfangs gar nicht mal so gut beim Publikum ankam, bis Lotte Lenya den „Kanonensong“ sang. Ein Novum: Die Schauspieler treten mit ihren Songs aus den Rollen, und sind für das Publikum für sich stehend da. Brecht war hier also eine Art Revolutionär. Mit: Herbert Föttinger, Swintha Gersthofer, Susa Meyer, Claudius von Stolzmann u.a. Regie: Torsten Fischer. Geplante Premiere: 11. März 2021

> Susanne Felicitas Wolf nach Arthur Schnitzler mit „Der Weg ins Freie“ (Theater in der Josefstadt) – eine Uraufführung. Ein hochaktueller „Tanz auf dem Vulkan“ von Schnitzler, er zeichnet die Figuren, wie sie sich ihren Weg ins Freie bahnen, legt Abgründe frei und lässt auch die Liebe sprechen. Susanne F. Wolf liefert die Bühnenfassung. Mit: Alma Hasun, Michaela Klamminger, Katharina Klar, Elfriede Schüsseleder, Alexander Absenger, Jakob Elsenwenger, Joseph Lorenz, Julian Valerio Rehrl, Tobias Reinthaller, Oliver Rosskopf, Michael Schönborn, Martin Vischer und Siegfried Walther. Regie: Janusz Kica Geplante Premiere: 15. April 2021

> „Gerhard Bronner – Kein Blatt´l vorm Mund“ – der österreichische Kult-Kabarettist nahm sich auch nie eines. Mit Stars wie Peter Wehle, Helmut Qualtinger und Elfriede Ott prägte er über Jahrzehnte die österreichische Kabarettlandschaft. Marika Lichter, als achtzehnjährige junge Frau von ihm entdeckt, erzählt von den Jahren in Bronners Kult(ur)-Lokal „Die Fledermaus“, wo sie gemeinsam mit ihm das Publikum unterhielt. Geplante Premiere: 15. Mai 2021

Thomas Arzt mit „Leben und Sterben in Wien“ (Theater in der Josefstadt) – ein Auftragswerk für die Josefstadt und eine gleichzeitige Uraufführung. Eine junge Magd, die in der Zwischenkriegszeit versucht, sich von ihren Wurzeln zu emanzipieren und die Errungenschaften der Arbeiterbewegung entdeckt. Der Nährboden für fehlende Solidarität und wie der Nationalsozialismus groß werden konnte, werden thematisiert. Mit: Katharina Klar, Ulli Maier, Silvia Meisterle, Elfriede Schüsseleder, Martina Stilp, Alexander Absenger, Robert Joseph Bartl, Jakob Elsenwenger, Ljubisa Lupo Grujcic, Johannes Krisch, Tobias Reinthaller und Götz Schulte. Geplante Premiere: 10. Juni 2021

„Jetzt müssen wir zusammenstehen – mit möglichst viel Abstand!“

Zahlreiche Wiederaufnahmen (im Repertoire befindlich) sollen bald auch wieder die BesucherInnen des Theaters erfreuen: TJ für das Haupthaus, K für die Kammerspiele

> Zweimal Schnitzler: „Professor Bernhardi“ und „Zwischenspiel“ (je TJ) mit Föttinger, Köstlinger, Teichtmeister, Schir, Reinthaller

> Anton Tschechow: „Der Kirschgarten“ (TJ) mit Schenk, von Stolzmann

> Franz Werfel: „Jacobowski und der Oberst“ (TJ) mit Föttinger, Hasun, Silberschneider

> Johann Nestroy: „Einen Jux will er sich machen“ (TJ) mit Krisch, Reinthaller

> Matthieu Delaporte & Alexandre de la Patelliere: „Der Vorname“ (K) mit Dangl, Bluhm, Meyer, Rosskopf

> Florian Zeller: „Der Sohn“ (K) mit Gersthofer, Bluhm, Meyer

> Torsten Fischer & Herbert Schäfer: „Engel der Dämmerung – Marlene Dietrich“ (K) mit MacDonald (Titelrolle)

> Agatha Christie/Ken Ludwig: „Mord im Orientexpress“ (K) mit Walther als Poirot

Die Josefstadt besticht mit folgendem Satz: Alles steht still – buchen Sie Gedankenflüge! Mit den vielen exzellenten Aufführungen der Vergangenheit fällt es nicht schwer, gedanklich Highlights herauszugreifen. Mögen noch welche folgen!

Informationen zu allen Fakten aktuell:

http://www.josefstadt.org

Wer ist im Ensemble 2020/21?

Damen: Sandra Cervik, Martina Ebm, Larissa Fuchs, Swintha Gersthofer, Alma Hasun, Marlene Hauser, Traute Hoess, Michaela Klamminger, Alexandra Krismer, Katharina Klar, Pauline Knof, Maria Köstlinger, Anna Laimanee, Marika Lichter, Therese Lohner, Sona MacDonald, Ulli Maier, Silvia Meisterle, Susa Meyer, Marianne Nentwich, Gioia Osthoff, Elfriede Schüsseleder, Lore Stefanek, Martina Stilp, Susanna Wiegand

Herren: Alexander Absenger, Raphael von Bargen, Robert Joseph Bartl, Nikolaus Barton, Marcus Bluhm, Michael Dangl, Jakob Elsenwenger, Tamim Fattal, Ian Fisher, Herbert Föttinger, Ljubisa Lupo Grujcic, Wolfgang Hübsch, Oliver Huether, Igor Karbus, Markus Kofler, Michael König, Johannes Krisch, Joseph Lorenz, Paul Matic, Martin Niedermair, Dominic Oley, Andre Pohl, Julian Valerio Rehrl, Tobias Reinthaller, Ulrich Reinthaller, Oliver Rosskopf, Otto Schenk, Bernhard Schir, Roman Schmelzer, Peter Scholz, Michael Schönborn, Götz Schulte, Johannes Seilern, Johannes Silberschneider, Matthias Franz Stein, Claudius von Stolzmann, Alexander Strömer, Florian Teichtmeister, Martin Vischer, Siegfried Walther, Martin Zauner

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