Und es ging ein Volksschauspieler: Karl Merkatz („Mundl“) ist gestorben (1930-2022)

Die Rolle des Edmund „Mundl“ Sackbauer („Mei Bier is ned deppat“ – umgangssprachlich für: Mein Bier ist nicht dumm) aus der österreichischen TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“, die das Leben einer Wiener Arbeiterfamilie beleuchtet, haftete zeitlebens an ihm: Karl Merkatz, immer wieder auf der Straße auch so angesprochen, störte sich aber nicht daran. Viel Ruhm hat sie ihm gebracht. Viele österreichische Film- und Theaterproduktionen kamen nicht ohne ihn aus. Als etwaige Lebensgeheimnisse gab er an, immer wieder „ein Glas Rotwein“ zu trinken und vor allem „zufrieden zu sein“.

Karl Merkatz, 1930 im niederösterreichischen Wiener Neustadt geboren, sollte ursprünglich Tischler werden. Dann entschied er sich doch, Schauspielunterricht zu nehmen und bestand die Aufnahmeprüfung am Mozarteum Salzburg 1955 mit Auszeichnung. Es folgten Engagements in vielen deutschen Städten, von Heilbronn bis Hamburg. In Wien spielte er an den großen drei Häusern (Theater in der Josefstadt, Burgtheater, Theater an der Wien).

„Ihr Blatt, Herr Rosenblatt!“ Dieses und viele weitere kultige Zitate aus den „Der Bockerer“-Filmen sind heute teils in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Für die Darstellung des Fleischhauers im Widerstand gegen den Nationalsozialismus im besetzten Nachkriegsösterreich bekam er die Auszeichnung als bester Schauspieler bei den Filmfestspielen in Moskau und das Filmband in Gold.

Er war Träger der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold, Gewinner der Goldenen Romy als beliebtester Schauspieler und Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst erste Klasse, außerdem Ehrenbürger von Wiener Neustadt.

Die Silvester-Folge vom „Mundl“, die jeweils am 31. Dezember ausgestrahlt wird, wird viele Fans des großen Volksschauspielers liebevoll an ihn erinnern.

R.I.P. Karl Merkatz

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