Musikfestival Steyr

Musikfestival Steyr 2017: Große Gefühle und New York!

 

Das Musikfestival Steyr, es hat sich in der Welt des Musiktheaters bereits einen Namen gemacht. Und einen sehr guten Namen! Im Sommer strömt alles, was kulturbegeistert ist, auch nach Oberösterreich, wo die beiden Flüsse zusammenfließen. Dort liegt auch der Kulturdrehpunkt, wo Kons. Karl-Michael Ebner das Festival erfolgreich führt. Heuer hat man sich nach längerer Zeit wieder für ein Musical entschieden, und zwar wird mit einem bestens eingespielten Team „WEST SIDE STORY“ gespielt.

Auf der Open Air Bühne im Schlossgraben von Schloss Lamberg wird die hinreißende und mitreißende Musik von Leonard Bernstein erklingen. Der Intendant freut sich, seine Gäste persönlich im Sommer begrüßen zu dürfen.

West Side Story entstand nach einer Idee von Jerome Robbins. Das Buch stammt von Arthur Laurents, die Gesangstexte von Stephen Sondheim. Marcel Prawy gestaltete die deutsche Fassung.

Die Regie wird wie in den letzten Jahren Susanne Sommer übernehmen. Für die Choreografie ist Florian Hurler verantwortlich. Die musikalische Leitung liegt bei Siegmund Andraschek.

Das Bühnenbild wird von Georg Lindorfer gestaltet, um die Kostüme kümmert sich Caterina Visconti, und für eingeblendete Visuals wird sich Martin Schiske einsetzen.

Es singen und spielen Juliette Khalil, David Sitka, KS Josef Luftensteiner, Ewald Reiter, Martina Dorak, Jakob Semotan und Bernhard Viktorin.

Die Aufführung erfolgt in Zusammenarbeit mit der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität Wien).

Als Orchester fungiert das COOV – Cross Over Orchestra Vienna, und das Ballett ist das Europaballett St. Pölten.

Die Übertragung des Aufführungsrechtes erfolgt hierbei in Übereinkunft mit Music Theatre International (Europe) Ltd.; Bühnenvertrieb für Österreich: Josef Weinberger Wien, GmbH.

Gespielt wird im Sommer, vom 27. Juli (Premiere), bis zum 12. August 2017.

 

Vorschau auf den Steyrer Sommer.

Musikfestival Steyr. Oberösterreich

Nachdem man beim Musikfestival Steyr (Intendanz Kons. Karl-Michael Ebner) sehr lange überlegt hat, wurde am Montag bei einer Pressekonferenz in Linz die Besetzung für die heurige Sommer-Operette „Wiener Blut“ in der Regie von Mag. Susanne Sommer endlich bekanntgegeben. Volksopern-Namen und Youngsters sind zu finden, die Kostüme muten bei einer ersten Kostprobe sehr klassisch an.

Die Operette „Wiener Blut“ spielt bekanntermaßen zur Zeit des Wiener Kongresses, auf welchem sehr viel getanzt wurde. Demnach wurde das Europaballett St. Pölten nach Steyr engagiert, und die Kostüme halten sich – zumindest dem ersten Eindruck nach zu urteilen – auch an diese Zeit.

Als „deutschen“ Fürsten Ypsheim-Gindelbach wird man Kammersänger Josef Luftensteiner (bereits oft in Steyr in tragenden Rollen wie in Evita, Fledermaus etc. zu hören) erleben können. Als Gabriele Gräfin Zedlau dessen Bühnen- und Lebenspartnerin (Ehefrau)  Martina Dorak. Den Balduin gibt der ambitionierte, ebenfalls Steyr-erprobte Volksopern-Liebling Vincent Schirrmacher. Josef ist mit Michael C. Havlicek (ebenfalls Volksoper Wien) reizend besetzt. Ob eine Franziska Cagliari in ihr steckt, wird die Volksopern-Adele Beate Ritter zeigen. Als ihr Vater Kagler mit dem „Ringelspüh“ tritt der bühnengeeichte Josef Krenmair auf. Das „Klärchen“ vom „Weißen Rössl“ 2015, Lisa Greslehner, wird sich als Pepi diesmal die Ehre geben. In kleineren Rollen (Bitowski – etwa statt Metternich?!) sind Ewald Reiter und als Anna Rita Nikodim zu sehen.

Premiere ist am 28. Juli um 20:30 im Schlossgraben des Schlosses Lamberg in Steyr. (Open Air). Bei Schlechtwetter weicht man in das Stadttheater aus, hier findet allerdings dann in diesem Fall eine halbszenische Aufführung statt.

Neben der Haupt-Operette bietet das Musikfestival Steyr in Oberösterreich auch ein Kinderstück „Die Kristallkönigin“, sowie eine Kindertheaterwerkstatt unter der Leitung von Pili Celar, Pädagogin, die extra für das Festival das Kinderstück „Wiener Würstchen“ schrieb, um das Interesse für das Theater zu wecken. Dieser Workshop findet von 25-30. Juli statt und kostet 59 Euro. Die Aufführung (des erarbeiteten Stückes) der Kinder findet am 30. Juli um 16:00 im Alten Theater Steyr statt.

 

Weitere Informationen unter:

http://www.musikfestivalsteyr.at

 

 

Der Kultursommer 2016 – eine kurze Vorschau

Was erwartet uns im Jahr 2016 im Sommer auf den österreichischen Bühnen? Ein kurzer, stichpunktartiger Überblick:

– Vorarlberg: Seebühne Bregenz, Intendantin: Elisabeth Sobotka.

„Turandot“ von Puccini – 21. Juli bis 21. August (Besetzung: Riccardo Massi, Mlada Khudoley)

– Tirol: Tiroler Festspiele Erl, Intendant: Gustav Kuhn.

„Die Walküre“, „Das Rheingold“ von Wagner ab 08. Juli (Besetzung: Ferdinand von Bothmer, Hermine Haselböck)

– Salzburg: Salzburger Festspiele 2016, Künstlerische Gesamtleitung 2016: Sven-Eric Bechtolf.

“ Don Giovanni“, „Le Nozze di Figaro“ von Mozart, „Manon Lescaut“ von Massenet, 22. Juli bis 31. August  (Besetzung: N.N.)

– Steiermark: Styriarte „Beethoven Zyklus“ 24. Juni – 24. Juli

– Kärnten: Carinthischer Sommer – Programm wird am 3. Feb. präsentiert

– Oberösterreich: Musikfestival Steyr 2016, Intendant: Kons. Karl-Michael Ebner.

„Wiener Blut“ von J. Strauss – 28. Juli bis 13. August (Besetzung: N.N.)

– Niederösterreich: Theaterfest NÖ 2016, verschiedenste Bühnen von Juni – September

– Wien: Lustspielhaus Wien 2016, Intendant: Adi Hirschal.

Stück wird zeitnah präsentiert, ab 14. Juli  (Besetzung: N.N.)

– Burgenland:
> Opernfestspiele St. Margarethen 2016, Intendantin: Maren Hofmeister.
  „Der Liebestrank – L´elisir d´amore“ von Donizetti, Premiere am 6. Juli.
    (Besetzung: Elena Sancho, Mathias Hausmann)
 > Seefestspiele Mörbisch 2016, Intendantin: KS Dagmar Schellenberger.
 „Viktoria und ihr Husar“ von Abraham, Premiere am 7. Juli.
    (Besetzung: Michael Heim ?, Andreas Steppan ?)

 

 

 

 

 

SOMMERBühne 7: Ein Weißes Rössl, aber kein Lipizzaner – MUSIKFESTIVAL STEYR mit IM WEISSEN RÖSSL

Musikfestival Steyr/Oberösterreich                                                                              31. Juli

Premiere

In der Industriestadt Steyr, beim etablierten Musikfestival unter der Leitung von Karl-Michael Ebner, hält heuer das lustige Salzkammergut Einzug. Besser gesagt spielt man Benatzkys „Weißes Rössl“, das sich nicht ganz zwischen Singspiel und Tourismusklamotte entscheiden kann.

Man hat auch während der Handlung das Gefühl der Zerrissenheit. Denn die Regisseurin Susanne Sommer schwankt wagemutig zwischen ernst zu nehmendem, nostalgischem Urlaubsidyll und sehr kitschigen, teilweise unpassenden modernen Einlagen. Ein homogenes Bild ergibt sich da eigentlich nicht. Einmal so, einmal so versucht man das Publikum in den Bann zu ziehen. Aber Bauhelme vor dem traditionsreichen Hotel? Das in letzter Zeit beliebte Mittel, „kleinere“ Videoprojektionen einzuflechten, nunja. Nun zu den Akteuren: Als Zahlkellner Leopold manövriert sich der honorige Kammersänger Josef Luftensteiner durch das Singspiel, macht es gut, wiewohl ihm die Rolle sicher nicht auf den Leib geschneidert ist. Seine (nicht nur) Bühnen-Partnerin Martina Dorak kontert ihm als resche Rösslwirtin deftig und herzhaft und erliegt erst zum Schluss seinem Charme. Gesanglich fügen sich beide harmonisch zusammen. Gesamt gesehen ist dieses „Rössl“ stimmlich eher karg besetzt, im Ensemble gibt es große Unterschiede. Daniel Serafin (mit lächerlich ungebührlicher Einlage im roten Mini-Auto – wem fiel das ein?) als golfspielender Rechtsanwalt Dr. Siedler und Lisa Maria Greslehner als badendes Klärchen (mit viel Haut) sind darstellerisch guter Durchschnitt, gesanglich beide besser. Rita Nikodim als Ottilie und Michael Havlicek als Sigismund (die Glatze wirkt dermaßen künstlich!) mühen sich, lustig zu sein. Und was hat denn ein Karl Lagerfeld im Salzkammergut zu suchen? Dieser Kunstgriff schien nicht logisch. Der Giesecke von Andreas Mitschke mag unterhalten, mehr schon nicht. Nett angelegt und modern hingegen Hinzelmann: Ewald Reiter. Der altersmilde Kaiser, zu agil gespielt von Kammersänger Harald Serafin, bekommt Aufmerksamkeit vom kleinen Blumenmädchen und lässt sich gebührend und rührend empfangen. (auch hier wieder: äußerst künstlicher, unpassender Bart, es ist einfach a bissl a G´frett mit der Maske heuer!) Man bekommt auch ungewohnt für dieses Stück von Einigen nackte Haut zu sehen. Sollte denn das der Inszenierung förderlich sein.. Obwohl Dr. Siedler für die Damen und das Klärchen für die Herren sicher für einen angenehmen Anblick sorgen.

Ein Lob gebührt einmal mehr auch Siegfried Andraschek für die profunde, wenn auch instrumental dünn besetzte Interpretation.Ein etwas durchwachsenes „Rössl“ also. Aber natürlich bekommen sich am Ende alle, wie es sich gehört.

-Martina Klinger-

Information: Spielzeit: 30. Juli bis 15. August Schlossgraben von Schloss Lamberg, alternativ bei Schlechtwetter: Stadttheater Steyr

Link: http://www.musikfestivalsteyr.at

Ha, welch ein Fest, welche Nacht voll Freud´, Facebook, Mailbox, Seligkeit! – Die Fledermaus in Steyr

Musikfestival Steyr

Stadttheater Steyr

 

Derniere der „Fledermaus“ von Johann Strauss im Stadttheater Steyr

Ursprünglich hätte man ja im Schlossgraben des Schlosses in Steyr gespielt. Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Aber auch im Ersatzspielort, dem Stadttheater, konnte man die Fledermaus genießen. Etwas sorgte vorab für Unverständnis: Denn wenn man noch nicht wusste, dass im Stadttheater anstelle von Open Air gespielt wird, pilgerte man natürlich einmal zum Schlossgraben. Wenn die Mitarbeiter aber ohne Kenntnis darüber sind, wo sich das Stadttheater denn eigentlich befindet, ist das schlecht. Aber wie schon vorhin gesagt, man konnte der Operette genussvoll lauschen. Alle Besucher hatten das Theater schließlich gefunden.

Johann Strauss gefällt dein Foto. Das sagt schon Einiges. Dieser Facebook-Schmäh ist Teil der modernen, ausbalancierten Regie von Susanne Sommer, die sich in dieser Saison beim Musikfestival Steyr betätigt. Keinesfalls fällt diese zu modern aus. Denn die Texte werden original beibehalten, wenn auch stark auf eine recht angenehme Länge gekürzt. Die musikalische Leitung liegt bei Siegfried Andraschek. Es ist ein neues Arrangement für Bläser, Kontrabass und Pauken. Es hört sich aber nahezu keinen Moment dünn an.

Alfred, leger und lässig verkörpert von Tenor Vincent Schirrmacher, ruft seine Angebetete Rosalinde mit dem iPhone an und spricht ihr das „Täubchen“ auf die Mailbox. Auch spätere Arien werden vom iPhone meist gewollt unterbrochen. Die fitte, agile Rosalinde kommt gerade im Jogging-Outfit vom Sport. In den Händen ihres Gatten Gabriel von Eisenstein ist sie nur zum Schein Wachs, sehnt sie sich doch nach einem Date mit Alfred. Die beiden Hauptrollen sind mit Sopran Martina Dorak als Rosalinde und Bariton Daniel Serafin (Debüt als Eisenstein) sehr unterschiedlich besetzt. Während die Dame stimmlich stellenweise einige Schwächen zeigt, zum Beispiel beim Beschließen der Arie „Klänge der Heimat“, kann der Herr des Hauses Eisenstein seine junge, flexible Bariton-Stimme einsetzen. Ist die Rolle eigentlich für einen Tenor geschrieben, der Bariton überzeugt im Ganzen. Natürlich ist noch Gelegenheit für den einen oder anderen Feinschliff. Dieser Eisenstein lässt stimmlich nichts vermissen und stimmt hoffnungsfroh für Weiteres. Eine stylische Hose mit Goldstreifen und Converse (Kostüme: Caterina Visconti) runden das Bild eines modernen Lebemannes ab. Rosalindes an sich sehr hübsches zartblaues Kleid wird durch den monströsen ungarischen Kopfschmuck im 2. Akt ein wenig abgewertet. Auch die Fledermaus-Brille statt der traditionellen Maske ist keine ganz elegant-glückliche Lösung.Als sie vollmundig verkündet: „Leck Dreck weg von Essbesteck!“, gibt es laute Lacher im Publikum. Recht erotisch geht es beim Fest des Prinzen, als Life-Ball inszeniert, zu. (Wenn man den rechten Bühnenrand beachtet hat, sah man Statisten in eindeutigen Posen). In Punkto Eleganz zeigt sich Bariton Josef Luftensteiner als kalauernder Gefängnisdirektor Frank auf der Bühne recht gut. Gesanglich auch. Als Eisenstein und Frank das Fest verlassen, haben sie nur zu singen: „Meinen Hut, meinen Hut, s´ist die höchste Zeit!“. Wo ist da bloß der „Rock“ geblieben?

Rafael Fingerlos als Dr. Falke singt sogar das „Brüderlein“ in einer Karaoke-Version. Schön besetzt ist die Adele mit Sopran Beate Ritter im roten Seidenkleid, die immer tief Luft holt, bevor sie sich zu den höchsten Tönen aufschwingt. Die beste Adele Österreichs neben Daniela Fally. Als Orlowsky sieht man den blutjungen Alois Mühlbacher mit der markanten Sopranstimme. Wenn man vom Schauspielerischen ein wenig absieht, ist die Stimme für die Rolle passend. Als Frosch macht Schauspieler Josef Krenmair eine gute Figur. Das Kostüm sowie der Slibowitz als Requisite sind stilecht. Originell die Einspielungen der Gefängniszellen im 3. Akt. So konnte man sehen, was die Figuren in den Zellen treiben.

Eine ganz neue Interpretation ist es insgesamt geworden. Die gefiel! Es applaudierte und jubelte das Publikum minutenlang begeistert.

-MK-

 

Link:

http://www.musikfestivalsteyr.at