Mozart unter der Lupe – Projekt

Mozart unter der Lupe – Station 8

STATION 8:

Constanze und Wolfgang, letzte Sinfonien

Wolfgang leidet an Depressionen und hat Geldsorgen. Seine Frau Constanze ist ihm zumindest finanziell keine ganz so große Stütze, da sie zuweilen lieber die Moneten ausgibt, als sie zu verdienen. Trotzdem hat sie der Schwiegervater Leopold Mozart als eine Frau gewürdigt, die den Haushalt in ökonomischer Weise geführt hätte. Wolfgang und seine Frau wohnen für die damalige Zeit eher luxuriös. Constanze lebt mit Wolfgang, der so seine liebe Not mit einer vorausschauenden Lebensplanung hat.

Im Jahr 1788, in insgesamt wenigen Wochen, schreibt er seine letzten drei Sinfonien. Es sind diese KV 543, 550 und 551. Immer einsamer wird Wolfgang, trotz immerwährender Umsorgung zuhause. Angeblich hat  er für das Jahr 1788 eine Reise nach England geplant, ist diese aber nie angetreten, vielleicht aus Geldmangel, vielleicht aus Angst, krank zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 7

STATION 7:

Einflüsse von Freunden, neue Werke, Tod des Vaters

Wolfgang besucht seinen Vater 1783/85 das letzte Mal. Leopold Mozart stirbt im Jahr 1787. Er hat seinen Sohn geprägt, was das Privatleben als auch die Karriere als Pianist, Violinist und Komponist betrifft.

1785 macht Mozart Bekanntschaft (ganz leicht von Fall zu Fall) mit Gottfried van Swieten, einem Musikliebhaber und gleichzeitig Präfekten der kaiserlichen Bibliothek. Er lässt Mozart in seinem Hause auftreten und führt ihn in seinen musikalischen Zirkel ein, wo Wolfgang Kompositionen von Johann Sebastian Bach kennenlernt. Diese beeinflussen ihn stark und somit inspirieren sie ihn zu neuen Werken.

Wolfgang komponiert im Jahr 1787 den berühmten „Don Giovanni“, ein dramma giosco. (KV 527) Es folgt, wie es immer gerne übersetzt wird, „Cosi fan tutte“, „So machen´s alle (Frauen)“ (KV 588).  Dieser Oper liegt auch ein Da-Ponte-Libretto (wie in Station 6 erwähnt) zugrunde.

Geschichte und Text zu einem ganz besonderen Werk Mozarts stammen von Emanuel Schikaneder: Ein zauberhaftes Instrument, eine ganz grundlegende Oper der Operngeschichte „Die Zauberflöte“ (KV 620).

An Sinfonien schreibt Wolfgang, nunmehr einflussreicher Komponist der Wiener Klassik, die Linzer Sinfonie, die Prager Sinfonie und die berühmte Jupiter (C-Dur) Sinfonie (KV 551, Nr. 41).

 

 

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 6

 

STATION 6:

Erfolgreiche Kompositionen

Wolfgang ist als verheirateter Mann ein erfolgreicher Komponist. Er bekommt viele Aufträge und Schriftstücke, Partituren und liefert diese meist zeitgerecht ab. Constanze ist seine wichtige Unterstützerin. Die beiden denken, sich viel leisten zu können und geben dementsprechend viel Geld aus.

Ein Opernauftrag erreicht Wolfgang aus München. Dieser eröffnet die Reihe der großen Meisteropern 1780. Es ist „Idomeneo“, eigentlich „Idomeneo, re di Creta“. (KV 366) Wolfgang lebt in Wien als freier Komponist. Ein Jahr später folgt „Die Entführung aus dem Serail“ (KV 384) mit türkischer Musik. Sehr bekannt ist auch Mozarts „Rondo alla turca“ (3. Satz der Klaviersonate Nr. 11). 1786 kommt es zum „Schauspieldirektor“ (KV 486), uraufgeführt in der Orangerie in Schönbrunn und den Fragment gebliebenen Stücken „Lo sposo deluso“ und „L´oca del Cairo“.

Mit dem Librettisten Lorenzo da Ponte (es entstand später der Da-Ponte-Zyklus) komponiert Mozart schließlich 1786 den Opern-Welt-Hit „Le nozze di Figaro“. (KV 492)

 

Lorenzo da Ponte, Librettist von Mozart für drei Opern

Lorenzo da Ponte, Librettist von Mozart für drei Opern

 

 

 

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 5

STATION 5:

Wolfgangs Leben als Ehemann, Einfluss von Constanze, Geldsorgen des Paares

Wolfgang heiratet am 4. August des Jahres 1782 im Stephansdom zu Wien seine Constanze. Sie ist die Schwester seiner eigentlichen großen Liebe Aloysia Weber, die sich aber von ihm abwendet und einen anderen Mann heiratet.

Constanze ist die Tochter von Franz Weber und Maria Cäcilia Stamm, beide aus Mannheim.

Constanze liebt Wolfgang, und Wolfgang liebt Constanze. Aber er liebt sie nicht so innig, wie er ihre Schwester geliebt hätte.  Der Vater Leopold ist gegen diese Verbindung, weil er meint, Constanze sei keine „gute Partie“ für seinen Sohn. Aber Wolfgang setzt sich durch. Er will heiraten, also tut er es auch. Constanze und er leben fortan ein Leben in Saus und Braus. Er verwöhnt sie mit Geschenken und achtet wenig auf das Geld. Auch ist er sehr frech zu ihr, schreibt ihr oft neckische Briefe. Was sich liebt, das neckt sich. Aber die Finanzen sehen nicht rosig aus. Viel zu viel Geld verschleudern die beiden Liebenden für ihre eigenen Zwecke. Da Wolfgang noch immer keine feste Anstellung hat, kann er nicht wirklich selbständig sein, sondern ist immer noch vom Vater abhängig. Bei diesem macht er oft Schulden. Er traut sich aber auch nicht, seinem Vater zu gestehen, wie es um ihn aktuell steht. Finanziell geht es mit dem Paar also rasch bergab. Schlecht, zumal sich Mutter Cäcilia einen finanziellen Vorteil durch die Verbindung von Wolfgang und Constanze erhofft hat.

Mozart zieht bei den Weber-schen Frauen aus. Er mietet eine Unterkunft am Wiener Graben.

Constanze interessiert sich sehr für die Kirchenmusik Johann Sebastian Bachs. Eine Leidenschaft, die auch ihr Mann Wolfgang bald teilt. Er komponiert die Oper „Die Entführung aus dem Serail“ (KV 384). Die Oper wird ein grandioser Erfolg. Die Hauptperson heißt zufällig Konstanze. Mozarts Ehefrau ist sehr musikalisch und eine Virtuosin. Mozart betrachtet sie bei Kompositionen also auch als seine Muse. Die Sopranpartie der großen C-Moll-Messe (KV 427) widmet Wolfgang seiner Frau Constanze.

 

 

 

 

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 4

STATION 4: 

 Tod der Mutter, Umzug nach Wien, Heirat mit Constanze

Wolfgang Amadeus wird wegen Spannungen mit seinem Dienstherrn, dem Fürstbischof, in Salzburg entlassen. Er entschließt sich, wieder eine Reise zu machen. Sie führt über München nach Augsburg (wo sein Vater her stammt) und Mannheim. In Mannheim verliebt sich der Komponist in Maria Aloysia Antonia Weber, eine Sängerin und Gesangspädagogin, die später seine wichtigsten Werke interpretieren sollte. Er wirbt um sie und sie wird seine Geliebte. Er komponiert sogar eine Hochzeitsmesse für sich und Aloysia.

Jäh wird das Glück unterbrochen: Leopold, sein Vater, befiehlt ihm, aus Mannheim abzureisen, denn eine Geliebte soll Wolferl nicht ablenken. Schließlich hat er wichtige Arbeiten als Komponist und hat hart an seiner Karriere zu feilen. Wolfgang folgt geknickt und reist nach Paris ab. Mozarts Mutter erkrankt zudem schwer. Die Geldsorgen verfolgen Mutter und Sohn nach Paris. Die weite Reise und die Strapazen tun der Mutter Anna Maria gar nicht gut. „Sie verliert ihr Gehör“, schreibt Mozart. Aber zu dem Zeitpunkt ist die Mutter schon tot. Er will der Familie Zeit geben, sich auf das schlimme Ereignis einzustellen.

Mozart bewirbt sich in Florenz und Wien um eine feste Stelle, wird aber immer abgewiesen. Finanziell bleibt er auch als erwachsener Mann von seinem Vater abhängig. Er zieht nach Wien und wohnt bei Aloysia Webers Mutter und Schwester, die Mannheim verlassen haben. Mit Bedauern muss er feststellen, dass sich Aloysia mit einem anderen Mann verlobt hat. Mozart nimmt daraufhin Aloysias jüngere Schwester Constanze zur Frau. Sein Vater protestiert, will nicht, dass Wolferl heiratet. Aber er setzt sich durch und Constanze und er beginnen einen neuen Lebensabschnitt.

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 3

STATION 3:

Der junge Mozart auf dem Weg zu seinen ersten Opern

1767 schreibt Mozart seine erste eigenständige Bühnenmusik „Apollo et Hyazinthus“. Mozarts erste Oper ist „La finta semplice“. („Die verstellte Einfalt“), sie wird 1769 in Salzburg uraufgeführt und ist Mozarts erste Opera buffa. (KV 51) Im Dezember 1769 bricht Mozart mit seinem Vater Leopold nach Italien auf. Nachdem er für den neuen Fürsterzbischof  den „Traum des Scipio“ komponiert hat, wird er zum erzbischöflichen Konzertmeister in Salzburg. Gemeinsam mit dem Vater bereist er Verona, Mantua, Cremona und Mailand.

Ende 1770 wird in Mailand Mozarts Oper „Mitridate, re di Ponto“(eine Auftragsoper) mit sehr großem Erfolg aufgeführt. (KV 87). Nochmals fährt er 1771 nach Italien, zur Aufführung der Oper „Ascanio in Alba“ (KV 111).Wolfgang Amadeus sucht, nachdem er aus Italien zurückgekommen ist, nach neuen musikalischen Wegen. Er möchte auch in seiner Heimat Salzburg beruflich Erfolg haben und vertraut auf seine musikalische Kunst. Als letzte italienische Auftragsoper wird „Lucio Silla“ (KV 135) aufgeführt.

Sein Vater sucht nach einer gehobenen Anstellung für seinen Sohn und reist mit ihm nach Wien.  1774 bekommt Mozart den Auftrag, eine Oper für den Münchner Karneval zu komponieren. Es wird „La finta giardiniera“. („Die falsche Gärtnerin aus Liebe“, KV 196).

Für eine Festvorstellung komponiert der junge Wolfgang Amadeus schließlich „Il re pastore“ (KV 208).

 

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 2

STATION 2:

Mozarts Kindheit als Wunderkind

Der kleine Wolfgang Amadeus wächst sehr rasch. Bereits mit vier Jahren fördert sein Vater Leopold aus Augsburg die Begabung des Kleinen, Klavier zu spielen. Er bekommt oft Unterricht zusammen mit seiner Schwester Nannerl. Beide Geschwister gelten als herausragende Musiker, und das schon im zarten Alter, muss man sich vorstellen. Dabei war das für diese Zeit „normaler“ Unterricht. Doch schon bald tritt Mozart als der Begabtere der beiden hervor, was seine Sympathie zur Schwester aber nicht schmälert. Die beiden mögen sich. Wolfgang lernt zusätzlich zum Klavierspiel noch Geige und die Komposition.

Er besitzt ein absolutes Gehör, was ihm erlaubt, jeden Ton einer Komposition herauszuhören. Das ist keine alltägliche Begabung. Auch kann er ein Musikstück nach einmaligem Hören sofort nachspielen. Ein Vorteil, den auch der Vater zu nutzen weiß. Er geht zusammen mit seinen beiden Kindern auf Reisen nach Deutschland und auch Wien. Er lässt sie vor Fürsten und Königen vorspielen, um deren Talent zu zeigen. Wolfgang hat sogar im Schloss Schönbrunn vor der Kaiserin Maria Theresia gespielt und ist ihr zur Begrüßung um den Hals gefallen.

1761 „komponiert“ Wolferl schon ein Andante und ein Allegro, welches der Vater stolz aufzeichnet. Dann folgt ein Menuett G-Dur mit einem Menuett C-Dur als Trio, dieses wird als KV 1 geführt (das erste Werk im Köchel-Verzeichnis).

Mozart reist mit seinen Eltern von Deutschland, Paris, Den Haag sogar nach London.

Eine weitere Konzertreise führt Mozart 1762 nach Passau.

Vier Sonaten für Klavier und Violine (KV 6 bis 9) werden als erste gedruckte Kompositionen geführt.

 

 

 

Mozart unter der Lupe – Station 1 (ein längeres Projekt)

 

Liebe Leser und Leserinnen, verehrtes Publikum.

Dies hier wird kein Artikel, keine Kritik und kein Opernhumor. Okay, ein bisschen Humor geht sich schon aus in dieser Betrachtung. Ein bisschen viel sogar. Aber: Es wird lang. Nicht langweilig. Es soll dies eine genaue, eingehende Betrachtung von einem Herren aus Salzburg sein, geboren in der Getreidegasse. Nummer neun. Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgangen sein. Es handelt sich um Wolfgang Amadeus Mozart.

Kommen Sie auf eine Reise durch abenteuerliche Begebenheiten seines Lebens, Wirkens, Schaffens, Leidens und Glücks. Vielleicht hat es auch ein bisserl was von einem Psychogramm. Wenn Sie mögen, kommen Sie an Bord. Die Postkutsche der Geschichte nimmt gerne Passagiere mit. Zunächst werde ich Mozarts Leben in Stationen einteilen. Eine Episode umfasst fünf Stationen.

Fahren wir los zu Station eins.

 

 STATION 1:

Die Geburt eines Musikgenies oder wie aus einem Bündel Wolferl wurde.

Der kleine zukünftige Komponist der Wiener Klassik: Seine Mutter heißt Anna Maria Mozart, und kommt 1720 auf die Welt. Ihr Geburtsname ist Pertl. Ihr Vater war Wolfgang Nikolaus Pertl, in seiner Jugend war er Bass-Solist in Schuldramen. Mozarts Vater heißt Leopold und ist Komponist. 1747 heiraten die beiden Liebenden im Dom zu Salzburg. Gemeinsam bekommen Anna Maria und Leopold sieben Kinder. Nur zwei werden erwachsen: Wolfgang Amadeus und seine Schwester Maria Anna, genannt Nannerl. Sie wird 1751 geboren, ihr Bruder 1756.

Gehen wir zurück zum 27. Januar des Jahres 1756. Gehen wir in jenes Haus, das heute ein Museum ist und den letzten Einlass heute 30 Minuten vor der Schließung um siebzehn Uhr dreißig anbietet. Der Eintritt in das Geburtshaus kostet zehn Euro für Erwachsene. Zehn Euro, um mehr über dieses musikalische Wunderkind zu erfahren. Siebzehn Euro kostet es, will man auch Mozarts Wohnhaus sehen. Es gibt sogar eine Familienkarte für zwei Erwachsene mit Kindern. Für vier Euro können Jugendliche das Haus sehen.

Mozarts Wohnhaus ist nur fünf Minuten entfernt von seinem Geburtshaus. Eine Gruppenführung durch sein Geburtshaus ist zwei Wochen vorher schriftlich zu buchen.

Der kleine Wolfgang Amadeus erblickt das Licht der Welt um acht Uhr am Abend in einer Drei-Zimmer-Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Getreidegasse 9 in Salzburg, Österreich. Schon am Morgen nach seiner Geburt wird er im Dom von Salzburg auf den Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart getauft. Als Rufnamen erhält er „Wolferl“.