Schauspieler

Mehr als nur „Callboy Timo“ – Schauspieler Peter Marton

Vielen ist dieser Schauspieler erstmals in der ORF-Serie „Vorstadtweiber“ (im österreichischen und auch im deutschen Fernsehen zu sehen) aufgefallen. Er kann aber nicht nur TV, sondern präsentiert sich als durchaus vielschichtiger Theatermann und verspricht Agilität und Freude am Spiel.

Peter Marton wurde in Wien geboren und hat afro-amerikanische Wurzeln. Bevor es ihn zur Schauspielerei gezogen hat, waren seine Wunsch-Studien Philosophie und Theologie. Dann ging es aber doch ans Konservatorium für Schauspiel der Stadt Wien.

Er hat schon kleinere Bühnen wie das Waldviertler Hoftheater oder größere Bühnen wie die des Salzburger Landestheaters bespielt. Die Rollenauswahl ist dabei umsichtig und klug, wie auch reizvoll und abwechslungsreich: So reicht sie vom August in „Alpenkönig und Menschenfeind“ (F. Raimund) über Lysander in „Ein Sommernachtstraum“ (W. Shakespeare) bis zum Graf Wronski in „Anna Karenina“ (Tolstoi).

In München spielte er in „Ziemlich beste Freunde“ (nach Nakache/Toledano) an der Seite des ewigen „Dr. Stefan Frank“ Sigmar Solbach einen Kleinkriminellen namens Driss und überraschte mit seiner extremen Wandlungsfähigkeit. Die Rolle nahm er auch mit nach Frankfurt am Main und Bonn.

In der ORF-Serie „Vorstadtweiber“ (Regie: Sabine Derflinger, Harald Sicheritz, Buch: Uli Bree) gibt Peter Marton den Callboy Timo, der Frauen für eine gewisse Zeit glücklich macht und auch der frustrierten Ehefrau Maria Schneider (Gerti Drassl) ihre innere und äußere Schönheit aufzeigt. Dabei lässt er nicht nur seinen Charme gekonnt spielen, sondern zeigt auch seine darstellerische Fitness.

Peter Marton ist auch als Radio-Sprecher im Einsatz, er ist zweisprachig aufgewachsen. Am Theater in der Josefstadt war er 2016 in „Monsieur Claude und seine Töchter“ (de Chauveron/Laurent) zu sehen.

Wobei er zukünftig hoffentlich öfter in Erscheinung treten wird, auf den Bühnen dieser Welt!

Josefstadt-Schauspieler reüssiert auch im Film: Florian Teichtmeister als Krimi-Kommissar in „Die Toten von Salzburg“

Der bekannte Schauspieler Florian Teichtmeister wagt sich wiederholt ins Krimi-Genre. Und das auch noch in einer Rolle mit Handicap. Schon der vierte Film der Reihe „Die Toten von Salzburg“ (Regie: Erhard Riedelsperger) stand auf dem Programm des österreichischen Fernsehens.

Teichtmeister spielt in der Filmreihe den Grazer Major Palfinger, der als Abteilungsleiter nach Salzburg geht. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen, nimmt das aber nicht als negative Beeinträchtigung. Zumindest nicht gemeinhin. Nur einmal fragt er den „dort oben“:“Warum?“. Keine Frage, als „Josefstädter“, also Schauspieler an einem der renommiertesten Häuser Wiens, kann Florian Teichtmeister Gefühle expressiv nachstellen.

Man erinnere sich nur an seine „verführerische Attitüde“ als Strizzi Alfred in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ 2012 am Theater in der Josefstadt. Selbstbewusst, frech und für die große Bühne gemacht. Auch vor der Filmkamera scheut der Mann nicht zurück.

Die Filmreihe „Die Toten von Salzburg“ umfasst mittlerweile vier Teile: „Die Toten von Salzburg“ (1), „Zeugenmord“ (2), „Königsmord“ (3) und „Mordwasser“ (4). Ein fünfter Teil kommt ebenso.

Teichtmeister wurde für seine Darstellung sehr gelobt. Er übte während der Drehtage das Rollstuhlfahren und bezeichnete es in einem Interview als „körperliche Herausforderung“. Man könne aber „alles machen, sogar einen Backflip mit Rollstuhl, wenn man will.“

Auch wenn die Filmreihe ab und an (unfreiwillig) Klischees bedient, so war es den Ausführenden doch wichtig, keinen Kitsch und keine verklärten Darstellungen aufkommen zu lassen. Die Stadt Salzburg in den Filmen touristisch abzubilden, da „komme man nicht drum herum“.

Bereits seit 2016 kann man den Schauspieler in seiner Kommissar-Filmrolle erleben. Jüngst wurde der 4. Teil im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt.

Teichtmeisters nächste Premiere ist übrigens „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth am Theater in der Josefstadt, am 16.05. in der Rolle des Carl Joseph von Trotta in der Regie von E. Goerden.

Info:

„Die Toten von Salzburg“ – Fernsehfilmreihe im ORF

mit Florian Teichtmeister als Major Palfinger

in weiteren Rollen: Michael Fitz, Fanny Krausz, Erwin Steinhauer

https://der.orf.at/unternehmen/aktuell/toten_von_salzburg_dreharbeiten100.html

http://www.josefstadt.org

Eine ekstatische Stunde mit Schauspieler Michael Dangl in der Seniorenresidenz Bad Vöslau

Rauschhaftes durften die Bewohner und Bewohnerinnen der Seniorenresidenz im niederösterreichischen Bad Vöslau erleben: Josefstadt-Ensemblemitglied und Autor Michael Dangl beehrte das Haus mit einer erlebbaren, nahezu greifbaren Lesung.

Eines kann man vorweg konstatieren: Die trainierte Stimme zieht die Zuhörer in den Bann der Geschichten. Sanft fragt sie zu Beginn nach einem bescheidenen „stillen Wasser“. Dangl las aus seinem neuesten, packenden Werk „Im Rausch“.

Im Rausch

Die Aufmerksamkeit zieht zunächst eine gewisse Amelie auf sich, welche der Protagonist des Buches, ein junger Schauspieler (Ich-Erzähler), heftigst adoriert. Brennend vor Liebe versucht er ihr brieflich zu erklären, dass es gar keine Alternative zu einer gemeinsamen Zukunft gäbe. Aber, das große Aber: Sie ist vergeben. Und das war immer schon, ist und bleibt wohl der mächtigste Stolperstein eines Begehrens, welches zielgerichtet ist.

Der junge Mann versucht verzweifelt (und sehr, sehr selbstreflexiv) nachzuverfolgen, ob Amelie denn seinem Werben nachgeben würde. „Überflüssige Beteuerungen“ macht er dabei. Zitat: „Vielleicht vernahm sie ihn (den Vortrag auf dem Anrufbeantworter) im Halbschlaf und durfte nach dem Erwachen feststellen, dass alles Wirklichkeit war.“ Was die Liebe nicht hervorbringt!

Der Mann verbringt seine ersten Engagements am Theater (als vertraglich gebundener „Jugendlicher Held und Liebhaber, Charakterdarsteller) in einem Tage und Nächte andauernden Rauschzustand, nicht allein alkoholisch gemeint. Der Rausch der Einsamkeit, der Rausch der Verwandlung, der Gesellschaft, die Suche nach Wahrhaftigkeit, das alles beschäftigt ihn. Nicht nur, dass die ihm nach und nach anvertrauten Rollen von Cherubin in Der tollste Tag von Turrini bis hin zu Kostja in Die Möwe von Tschechow zur probetechnischen Herausforderung in der Fremde werden, hat er auch amouröse Abenteuer oder spielt bis in die Morgenstunden Klavier. Oder bemitleidet sich auch mal selbst mit einem vulgären italienischen Ausdruck: Porca miseria, als ihm Wasser aus einem defekten Hahn auf eine – sagen wir – heikle Körperstelle schießt.

Es ist das Werk keine Autobiographie, es handelt sich um einen Roman, eigentlich sind es Erzählungen aus dem Leben eines jungen Auftretenden.


Michael Dangl ließ das Publikum – gentlemanlike – entscheiden, ob es denn noch mehr Passagen aus dem Buch sein sollten oder lieber sein selbst verfasstes Gedicht Canto Veneziano, welches das Ankommen in der verklärten Stadt der Kanäle per Flugzeug beschreibt. Dieses war bisher erst einmal im Hörfunk zu erleben. Das Publikum entschied zugunsten von Venedig.

Eine lyrische und sehnsüchtige Schilderung – CANTO VENEZIANO

La Serenissima verlangt von Dir, dass Du Dich demütig beugst, schon bei der Anreise. Als gewähre Dir die Stadt gütig, Dich aufzunehmen. Nichts ist vergleichbar mit dem Ankommen in Venedig, jede Pore wird mit der eigentümlichen Luft geflutet. Die Vaporetti, die Wasserbusse (klingt eingedeutscht wesentlich geringschätziger), warten auf Kunden, Touristen und schaukeln ihres Weges. Das Wasser ist launisch. Das Memento Mori schwebt jedoch überall. Erinnere Dich, dass Du sterben wirst. Die barocke Vanitas macht auch vor Venedig nicht halt. Aber der Autor betont: Du siehst die Dinge nicht nur auf Fotos, sie stehen wirklich vor Dir und sind da. Und sie sind immer noch da, als wollten sie sagen: Ich überdauere was auch immer.

Der Autor lädt die Bewohner und Bewohnerinnen noch zu einer gedanklichen Reise ein: „Jetzt steigen wir alle in den Bus, um Mitternacht sind wir in Venedig, und dann in eine Bar.“ Herrlich.

Michael Dangl hat Freude. Daran, die Leser und Leserinnen auf die Reise zu schicken, die Menschen nicht nur zuhören, sondern auch wahrhaftig erleben zu lassen. Man ist gefesselt, man steht mit ihm auf der Piazza San Marco, man blickt auf das Wasser, welches die Gondeln umspielt, man schmeckt den Fisch, man hört die Signori sich angeregt unterhalten.

Ein freudiger Nachmittag – von dem noch bis zum Jahr 2021 einige bereits fixierte folgen sollen.

Info:

„Im Rausch“ von Michael Dangl

Roman, erschienen bei Braumüller

https://www.braumueller.at/t?isbn=9783992002269

Ein Bayer in Kärnten: Günther Maria Halmer bei den Ronacher KulturGastSpielen in Bad Kleinkirchheim

Das Hotel Ronacher ist bekannt für seine umfassenden herbstlichen KulturGastSpiele (Organisator: Günther Beelitz) mit berühmten Künstlern und Künstlerinnen. Eine autobiographische Lesung sollte es werden, in der Galerie des Fünf-Sterne-Hotels in Kärnten. Daraus wurde aber viel mehr.

Mit Günther Maria Halmer gab sich einer der individuellsten Schauspieler Deutschlands die Ehre, wollte aber nichts „lesen“. Nein, lieber frei sprechen und dabei das Leben erlebbar machen. Zu Anschauungszwecken nahm er das Buch aber doch in die Hand. Zugegeben: Eine „pure“ Lesung mit diesem Menschen wäre auch fad gewesen. Dieses Potenzial, darf man nicht schlummern lassen zwischen Buchseiten. Knappe zwei Stunden begab man sich gemeinsam mit Halmer auf eine abenteuerliche Reise durch seine Vergangenheit und Gegenwart. Was die Zukunft bringt, verriet er gleich zu Beginn: „Wäre ich ein Sänger, hätte ich für heute Abend absagen müssen, denn Sie hören es: Meine Stimme ist angeschlagen. Das liegt daran, dass ich gerade einen Film drehe, er trägt den Arbeitstitel Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen. Die Eichhörnchen verstecken nämlich Eicheln, Samen und Kastanien. Nur können sie sich nachher nicht erinnern, wo sie ihr Essen versteckt haben. Zu Ihrer Allgemeinbildung. Da spiele ich einen demenzkranken alten Mann, welcher barfuß durch den Park läuft und laut um Hilfe ruft. Ich musste oft rufen, weil es beim Film – wie Sie wissen – viele Einstellungen gibt. Nachbarn am Drehort wurden informiert, dass es sich um einen Dreh handelt und keine Gefahr droht.“

Geboren wurde Halmer am 5. Januar 1943 in Rosenheim. „1943 war kein gutes Jahr, um Kinder auf die Welt zu bringen.“ So steht es im Buch. Günther Maria Halmers Anfangsjahre waren nicht einfach. In der Schule fiel ihm Latein immer leicht, da er auch in der Kirche Aufgaben übernahm. Lateinische Gebete konnte er im Schlaf auswendig aufsagen. Auch musste er zum Beispiel immer ein goldenes Tablett unter das Kinn der Kirchenbesucher, die tabula halten, damit beim Einnehmen der Hostie auch keine Oblaten-Krümel auf den geheiligten Boden fielen. Auf diese Weise, meinte er, habe er „mehr Rachenmandeln, entzündete Hälse und belegte Zungen gesehen als jeder Hals-Nasen-Ohren-Arzt“.

Der Vater sah in ihm bereits einen Doppel-Doktor und Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Rosenheim in Bayern. Aber das wollte der junge Günther Maria Halmer nicht werden. Er hatte die Schule nicht so gerne, die Lehrer waren keine Vorbilder für ihn. Diese suchte er sich anderswo: Im Kinosaal. Heimlich sah er sich Filme mit seinen „Helden“ an: John Wayne, Burt Lancaster… Westernfilme und Werke mit starken Hauptdarstellern. Ein bisschen fühlte er sich dabei wie in Woody Allens Film „The Purple Rose of Cairo“, wo sich die Darstellerin in einen Kinohelden verliebt und er durch die Leinwand zu ihr kommt. Geld für das Kino bekam er durch kleine Schummeleien bei den Großeltern: Er bräuchte einen Radiergummi für die Schule, et cetera.

Er wusste lange nicht, was für einen Beruf er ergreifen sollte. Sein langer Weg führte ihn zunächst zur Bewerbung als Bankkaufmann in Rosenheim: Ausführlich beschrieb er dort die Lage und dass er sich nicht wohl fühlte. Sein Styling damals war nicht banktauglich: Glitzerjacke, Haartolle und Co. standen diesem Karriereweg wohl eher im Weg. Elvis Presley war zu einem Idol für ihn geworden (den er im Film „Liebe mit Lachfalten“ in seiner Rolle als Steffen Berger 2011 auch für einen Party-Auftritt lang darstellte) und er träumte von Musik und davon, ein umschwärmter Star zu sein. Sein gestrenger Vater erwischte Halmer einmal dabei, wie er in seinem Zimmer mit violettem Schal einen Rockstar imitierte. Mit einem Schlag war die erträumte Glitzer-Welt passé. So konnte es nicht weitergehen.

Eine weitere Station auf seinem Weg war das Militär. Dort erfuhr er als Erstes, dass man in Deutschland nicht „Okay!“ sondern „Jawohl!“ sagt, und nicht unbedingt die Wunschfrisur bekommt, die man möchte.

Die Hotelfachschule besuchte Halmer ebenso eher widerwillig. Er wollte gerne Filmstars am Empfang willkommen heißen, wurde stattdessen aber zum Kartoffelschälen geschickt. Abends aber zog er sich fesch um und ging in die Spielbank, hoffte, dort von reichen Damen angesprochen zu werden. Als man sein allabendliches Fehlen bemerkte, hieß es: Raus. „Fliegen kann jeder“ – bewahrheitet sich in diesem Fall somit auch.

Gelegenheitsjobs in Paris machten ihn, der seinen eigenen Weg finden wollte, ebenso nicht zufrieden. Winzige Zimmer und Campingkocher, da sagte er bald wieder: Rien ne va plus. Ein Freund verlautbarte, er würde nach Kanada gehen. In Quebec würde ebenso Französisch gesprochen. Halmer zögerte nicht und schloss sich an.

Lange Flugstunden waren zu absolvieren, irgendwann nachts landete er im Nirgendwo, wusste nicht wohin oder warum. Angekommen hörte er aus einer Baracke deutsche Lieder. Gelandet war er in einem Asbest-Bergwerk.

Als „Labourer“ schaufelte er Material, welches zu einem Asbest-Mehl verarbeitet wurde. Er dachte tagtäglich nach, und schwor sich, erst dann nach Deutschland zurückzukehren, wenn er wusste, welchen Beruf er ergreifen wollte. Er sagte, es sei keine sehr schlechte Arbeit gewesen, aber er war sich sicher, dass das nur eine Übergangslösung sei. Irgendwann wollte er dann „abhauen“. Bis jemand in der Baracke sagte: Ich gehe nach Hollywood und werde Schauspieler. Damit war auch Günther Maria Halmers Idee geboren. Schauspielerei! Das und nichts anderes!

Er flog zurück nach Deutschland, nicht ohne Acapulco mitsamt dem Helden Elvis zu würdigen (Er fühlte sich schon „wie er“.) Dort ging es für ihn zur Bewerbung an die renommierte Otto-Falckenberg-Schule zum Schauspielstudium. Er bat einen weisen Bekannten, ihm einige Theaterstücke zu nennen, die er proben könne. Da probierte er zum Beispiel einen alten Mönch aus, welcher ihm überhaupt nicht lag, wie er sagte.

Am Tag der Aufnahmeprüfung hätte Halmer aber glatt wieder „kalte Füße“ bekommen. Da standen ganz wilde Frauen und Männer, schrieen herum und benahmen sich sehr eigenartig. Dass das Teil der Vorbereitung auf die Prüfung war, schien in dem Moment unklar. Wer immer von der Bühne herauskam, wurde belagert: Was hast Du darstellen müssen? Eine junge Frau sagte: Eine Blume. Improvisieren musste ich. Was? Improvisieren? Das war eine „harte Nuss“. Der Rosenheimer konnte mit seinem laut eigener Aussage „käsigen Bayerisch“ den Hochdeutsch sprechenden Anwärtern scheinbar nicht nachkommen. Eine lateinische Grabrede überzeugte die Jury nicht. Haben Sie noch etwas? Und da fiel Halmer ein Lied ein, welches er mit der deutschen Kollegenschaft im Asbest-Bergwerk gesungen hatte. Er „performte“ mit vollem Körper-Einsatz. Rechnete sich aber keine Chancen aus.

Zuhause bei den Eltern saßen beide glückselig und aufrecht im Bett. Ein Brief von der Schauspielschule: Halmer war aufgenommen worden. Wie er sagte, einer der schönsten Tage in seinem Leben.

Noch während der Ausbildung gab er 1969 sein Debüt am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Sein erstes Engagement führte ihn an die Münchner Kammerspiele. Am Theater in Oberhausen lernte er seine Ehefrau Claudia kennen, mit der er seit über 40 Jahren verheiratet ist.

Beeindruckende Szenen folgten, als er einige seiner Schauspielübungen von damals zum Besten gab: Alle noch im Kopf.

Die Schauspielkarriere startete für Günther Maria Halmer aber eher mit den bayerischen Paraderollen. Sein angeeignetes Hochdeutsch konnte er da eher nicht einsetzen. Regisseur Helmut Dietl holte ihn für die Rolle des Schlitzohrs „Tscharlie“ (Karl) zu den „Münchner Geschichten“. „Wer sich nix traut, wird nix im Leben!“, war der Wahlspruch dieses Charakters.

1979 folgte seine erste Kinoproduktion: „Lucky Star“. Die Rolle des Anwalt Abel in der gleichnamigen Fernsehserie 1988 brachte ihm viele Zuseher.

Auch Hollywood rief: In „Sophies Entscheidung“, einem US-Filmdrama aus dem Jahr 1982 spielte Halmer neben Meryl Streep die Rolle des Rudolf Höß. Neben Ben Kingsley war er in „Gandhi“ zu sehen.

Auch die seichtere, aber durchaus wichtige Schiene bediente Halmer im Lauf seiner Karriere: So bereiste er mit dem „Traumschiff“ etwa Mauritius, Namibia, Chile, Singapur und Kanada.

Unterhaltungsfilme mit Message sind ebenso eine Spezialität, der sich Günther Maria Halmer mit Leidenschaft widmet: Eine Sennerin zum Verlieben (mit Michaela May), Liebe hat Vorfahrt (mit Suzanne von Borsody), Plötzlich Opa (mit Max Felder), die Reihe „Die Nonne und der Kommissar“ und „Mein Nachbar, sein Dackel und ich“ (mit Ann Kathrin Kramer),  die italophile Komödie „Die Liebe hat das letzte Wort“ (mit Sabine Vitua) oder „Ein Drilling kommt selten allein“ (mit Thekla Carola Wied) sind nur einige zu nennende Titel.

Günther Maria Halmer erwies sich an diesem Abend als wortgewandter, lebhafter Erzähler, mit ernsten Untertönen. In seinen Erzählungen konnte man sich verlieren, als sei man selbst dabei gewesen.

Seine Autobiographie „Fliegen kann jeder – Ansichten eines Widerborstigen“ (erschienen bei C. Bertelsmann Verlag) widmet er seinen beiden Söhnen Daniel und Dominik.

 

Info:

zum Buch: https://www.randomhouse.de/Autor/Guenther-Maria-Halmer/p555576.rhd

 

Heiteres rund um das Tier vom Duo Karawane Salzburg.

„Tierisch“ geht es im aktuellen Programm des Duos Karawane Salzburg, Christa und Agilo Dangl zu. Eine Stunde lang unterhielten die beiden Künstler mit tierischen Geschichten und Anekdoten, es wurde viel gelacht.

„Wir sind auch wieder einmal da!“, so eine launige Begrüßung war von dem aus Salzburg nach Wien und Niederösterreich angereisten Duo zu hören. Von der kleinsten Laus über die Maus, von der Katze über das Schwein bis zum Nilpferd – alle unterhaltsamen Tiere waren vertreten. Mit einer großen Sorgfalt wurden Texte, Gedichte und Geschichten ausgewählt und auf lebhafte Weise dargebracht.

Überlegungen einer Schnecke zum Beispiel lauteten: „Sull i aus mein Haus raus, oder sull i nit raus?“, wohingegen ein Elefant bei der Begegnung mit einem Menschen, der keine Hose trägt, ganz andere Probleme hat. Elefanten essen ja bekanntlich mit dem Rüssel. Er tut sich schwer zuzuordnen, wie der Mensch denn dieses Instrument zum Essen verwenden will. Das ist doch „viel zu klein“.

Vom großen Heinz Erhardt war die „polyglotte Katze“ zu hören. Auch von einer „Kuh“ aus der Feder desselben, war die Rede. Und natürlich die Maus namens Zizibe, die gerne viel Käse isst und danach selber schwer im Magen liegt, diese durfte auch nicht fehlen.

Schön anzuhören war auch eine Geschichte, die sich – anrührend voller Menschlichkeit- um die Rettung von Katzenleben drehte (nämlich von lauter weißen Kätzchen mit schwarzen Schwänzchen).

Es waren Texte, die zwar viel Humor enthielten, wo viel gelacht werden durfte. Aber auch Elemente mit Tiefgang befanden sich darunter.

Zu den Künstlern:

Das Ehepaar Christa und Agilo Dangl aus Salzburg (Eltern von Josefstadt-Schauspieler Michael Dangl) verkörpert das Duo Karawane Salzburg. Ursprünglich als Schauspielgruppe geführt, treten die beiden heute nach langjähriger Theatererfahrung in dieser Formation auf. Beide sind Träger des Ehrenbechers der Stadt Salzburg. Agilo Dangl ist außerdem Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Salzburg und des Salzburger Stadtsiegels in Gold. Das Ehepaar trat 22 Jahre lang bei der Eröffnung des Salzburger Rupertikirtages als Hanswurst und dessen weibliches Pendant auf.

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael schreiben sie auch Theaterstücke. Etwa „Tiramisu“ oder „Winterrose – Denn das Glück ist immer da.“ Mit ihrem aktuellen Programm besuchen sie auch Senioreneinrichtungen und sorgen für Heiterkeit.

 

NEUES von…Miguel Herz-Kestranek

Der beliebte Schauspieler (auch vielen Menschen bekannt als Fernseh-Gesicht) gastiert diesen Sommer wieder einmal bei den Festspielen Reichenau an der Rax. Dort ist er in der kabarettistischen Revue „Schau´n Sie sich das an!“ neben Peter Matic und Nicolaus Hagg zu sehen. Selbst sagt er über dieses Kabarett: „Es soll eine schmissige, niveauvoll unterhaltende Pointenmischung aus Altbekanntem und Unbekanntem werden, wobei auch Nummern aus dem 1988-Programm dabei sein werden“. Kestranek und Hagg haben das Programm zusammengestellt.

Info:

http://www.festspiele-reichenau.com/farkas

HAPPY BIRTHDAY, Christoph Waltz!

 

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Christoph Waltz is one of the best-known actors of the century. Waltz is an Austrian-Born actor who cannot count his Awards anymore. He studied at Max Reinhardt Seminar, Vienna. He is widely known for his work with American filmmaker Quentin Tarantino and for two of the films they worked on together, Waltz received the most important Award actors could ever get. He portrayed Hans Landa, Standartenführer of the SS, in Tarantino´s „Inglourious Basterds“, a movie about world war II. In German, reviewers said „Willkommen im 2. Weltkrieg frei nach Tarantino“, which means „Welcome to world war II according to Tarantino“. Times later, Waltz presented his „collaboration“ with Quentin T. again: „Django Unchained“. 2 Times Waltz won „Best Supporting Actor“ @ the Oscars for both movies, one time for Hans Landa, another time for Dr. King Schultz.

Not only to mention his films, Waltz is a brilliant, character- ennobling actor, as well as he is a very charming Person, especially when it Comes to greet his fans. His Austrian mother, Elisabeth Waltz-Urbancic, was/is a costume designer and has written a book about her life and childhood: „4 Kinder und ein Zeichentisch“ – „Four children and a drawing table“.

Christoph Waltz also is fond of having staged an opera: His first work of Art in this genre was „Der Rosenkavalier“ (2013) at the Vlaamse Opera in Antwerpen. A second direction is announced to be „Falstaff“ in 2017.

Waltz will be the Special Guest of this years „Viennale“, the famous Film Festival in Vienna, Austria.

Klingers Kulturpavillon wishes a Very Happy Birthday!

 

Ein Top-Schauspieler beehrt Österreich – Friedrich von Thun auf der ROMY-Gala

 

Kurier ROMY Gala 2017

Friedrich von Thun mit seiner Tochter Gioia von Thun auf der ROMY Gala 2017 in Wien; Foto: Andreas Tischler

 

 

Friedrich Ernst Peter Paul Maria Thun-Hohenstein, besser bekannt als Friedrich von Thun, wurde 1942 im Protektorat Böhmen und Mähren geboren. Er schlüpfte im Laufe seiner Karriere in viele Rollen, mimte jedoch (fast) immer einen feinen Herren von Welt. Davon muss man auch etwas in Echt mitbringen, sonst klappt die Rolle nicht. Als der perfekte Gentleman wurde er schon oft betitelt.

Es handelt sich um ein sehr bekanntes Fernsehgesicht im deutschsprachigen Raum. Zahllose Filme, darunter viele Romanzen, Dramen, Krimis liest man auf seinem Portfolio. Die Menschen, so meinte er in einem Interview, „behalten von einem Schauspieler nur das, was sie von ihm erwarten“. Pointierte Darstellungen liegen ihm sehr, sich auf einen bestimmten Charakter festzulegen, das ist eher nicht der Fall. Sei es als italienischer Zuckerbäcker in der Romanze „Mein süßes Geheimnis“; oder aber als Patriarch in „Das Beste aller Leben“. Studiert hat der Mime Theaterwissenschaft und Germanistik, aber bald hat er gemerkt: Ein Akademiker ist er nicht. Die Studiobühne und das Kabarett haben ihn mehr interessiert.

Er liebt die Abwechslung: So steht er einmal vor der Kamera und einmal auf der Theaterbühne. Der Kulturpavillon berichtete von Schillers „Räuber“ am Salzburger Landestheater mit von Thuns sehr erfolgreicher Beteiligung (Der Raub des Digitalen – „Die Räuber“ (F. von Schiller), Salzburger Landestheater).

Privat ist von Thun ein waschechter Familienmensch. Er liebt es, Zeit mit seinen Enkelkindern zu verbringen, und es eher ruhig anzugehen, wenn er nicht arbeitet. Seine beiden Kinder Max (ebenfalls Schauspieler) und Gioia sind ihm sehr wichtig.

Auf der Wiener ROMY-Gala traf man den bekannten Schauspieler mit seiner Tochter an. Zu Österreich hat er ohnehin eine ganz besondere Beziehung, dreht er doch sehr häufig hier und stammt auch aus einem altösterreichischen Adelsgeschlecht.

Ganz aktuell steht von Thun für die Verfilmung des Kinder-Helden Benjamin Blümchen vor der Kamera.

 

HAPPY BIRTHDAY, Gerhard Ernst!

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Viele kennen Gerhard Ernst als „Erzkomödianten“ aus der Wiener Volksoper. Er übernimmt sehr gerne komische Rollen, daran besteht kein Zweifel. Wieder eine andere Publikumssparte konnte er mit der Darstellung eines Werbe-Fleischhauers, der für die ausgezeichnete österreichische Qualität von bestimmtem Fleisch warb, gewinnen. Auf der Operettenbühne ist er (meist) zuhause, für den Milchmann Tevje in Anatevka (Seefestspiele Mörbisch 2014) wurde er hoch gelobt.

Gerhard Ernst wurde auch am Burgtheater Wien sowie bei den Vereinigten Bühnen Graz als Ensemblemitglied gefeiert. Seit 2001 ist er nun an seinem „Stammhaus“, der Volksoper Wien.

Heute feiert der Schauspieler und Sänger Geburtstag, der Kulturpavillon gratuliert!

Ein Kultur- und Literatur-Tausendsassa verabschiedete sich unerwartet. Gerhard Tötschinger ist tot.

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Die österreichische Kultur- und Literaturlandschaft trauert um einen bedeutenden Mann. Der Schauspieler, Autor, Regisseur und italophile Genussmensch Gerhard Tötschinger, immer bekannt als vielseitig interessierter und belesener Mensch, ist im Alter von (nur) 70 Jahren an den Folgen einer Lungenembolie gestorben.

Erst im Juni dieses Jahres hatte der umtriebige Wiener noch seinen 70. Geburtstag mit seiner Familie und seinen Freunden in Schönbrunn und im Wiener Arsenal gefeiert. Mit historischen Bussen fuhr man auf große Geburtstagsfahrt. Er selber „hätte lieber seine Ruhe gehabt“, aber die langjährige Lebenspartnerin, die große Christiane Hörbiger, hatte diese Überraschung schon parat. Seit über 30 Jahren in wilder Ehe zusammenlebend, hätten die beiden angeblich auch heuer den Bund der Ehe schließen wollen.

Leider kann Tötschinger nun auch nicht mehr seinen geplanten Geburtstagsabend im Radiokulturhaus in Wien im September begehen, leider kann er nicht mehr in sein geliebtes Venedig reisen. Man muss wissen, dass der in Wien geborene leidenschaftliche Historiker und Kulturschaffende sehr italophil war. Venedig war so etwas wie die zweite Heimat für ihn. Immer, wenn ihm als arrivierten Herrn die Gondolieri zuriefen: „Wollen Sie nicht Gondel fahren?“ entgegnete er, mit der Zeitung „Il Gazzettino“ in der Hand: „Alter, ich bin Venezianer!“ Ihnen blieb der Mund offen stehen.

Der Mund offen blieb auch so manchem Zuhörer von Tötschingers fesselnden Lesungen. Er schrieb bei „seinem“ Verlag Amalthea sehr umfassende Werke wie „Mörderisches Venedig – Die dunkle Seite der Serenissima“, „Venedig für Fortgeschrittene – Bon di, Venezia cara“, „Viva l´Italia – Erlebtes, Erdachtes, Erlesenes“, Die Donau – Geschichte und Geschichten vom großen Strom“, „Sherlock Holmes und das Geheimnis von Mayerling“. Anhand dieser Buchtitel kann man sehen, dass er sich sehr mit der Geschichte Österreichs und auch der Beschaffenheit Venedigs auseinandersetzte.

Seine Theatertätigkeiten wurden von seinen Studien der Theaterwissenschaften und der Kunstgeschichte geprägt, die er später abbrach, um etwa bei Zdenko Kestranek sich dem Schauspielunterricht zu widmen. Er stand auch bis 2001 den Sommerspielen Perchtoldsdorf vor. Er wurde auch Mitglied im Fernseh-Publikumsrat des ORF und auf ORF III lief seine Sendung „Heureka“, wo er philosophierend und mit einem Augenzwinkern dem Publikum Erfindungen näherbrachte. „Ich bin seit vielen Jahren bemüht, mit meinen Büchern, Inszenierungen, Vorträgen und Fernsehsendungen G´scheites und Anspruchsvolles unter die Menschen zu bringen“, so sagte er einmal.

Er packte vieles an, war ein hochgebildeter, und sehr bescheidener, witziger Mensch. Als er 2009 auf Grund einer Blutvergiftung ein Bein durch Amputation verlor, scherzte er: „Jetzt kostet die Pediküre nur noch die Hälfte“.

Vieles hätte Gerhard Tötschinger noch vorgehabt, etwa hatte er Pläne über weitere Fernsehsendungen, wo er die Spuren der k. u. k. Monarchie in Venedig verfolgen wollte. Leider kommt es dazu nicht mehr.

Ruhen Sie sanft, lieber Gerhard Tötschinger.